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Die Kreativpiloten: Tipps aus der Praxis

Tipps für die Praxis

Der Wettbewerb „Kultur- und Kreativpiloten Deutschland“ wird durch die Initiative Kultur- und Kreativwirtschaft der Bundesregierung gefördert und zeichnet Gründerinnen und Gründer und bereits Selbständige aus, die mit einer besonderen kreativen oder innovativen Idee unternehmerisch durchstarten möchten. Neben der Titelverleihung „Kultur- und Kreativpilot Deutschland“ erwartet die Gewinner ein Workshop-Angebot zu unternehmensbezogenen Themen, eine individuelle fachliche Begleitung und Kontakte zu erfolgreichen kreativen Unternehmerinnen und Unternehmern sowie Experten.

Wir haben drei der „Kultur- und Kreativpiloten Deutschland 2011“ gefragt, was sie Gründerinnen und Gründern empfehlen würden. Hier ihre Antworten:

Hannoverliebe!

Björn Vofrei, Jasper Eisenecker, Frank Schinski und Thimm Bubbel von Hannoverliebe! sitzen fröhlich zusammen

Björn Vofrei, Jasper Eisenecker, Frank Schinski, Thimm Bubbel (V.l.n.r.)

„Wichtig ist, immer weiter an seiner Idee zu arbeiten und dabei auch neue Sachen auszuprobieren, auch wenn es ab und zu Rückschläge gibt. Wenn man nicht weiterkommt: Beratung suchen und sich Tipps von anderen Selbständigen holen. Wir haben uns frühzeitig ein Netzwerk aufgebaut, so dass wir mittlerweile wissen, wen wir zu welcher Frage ansprechen können. Entscheidend ist auch, dass wir gelernt haben, unseren Alltag zu strukturieren, um Privates und Arbeit besser zu trennen. Gerade in der Anfangsphase fließen Privat- und Arbeitsleben oft ineinander, aber irgendwann muss man den Kopf auch mal freikriegen. Dafür muss man sich entsprechende Freiräume schaffen. Und als letzter Tipp: professionell auftreten. Wir haben die Erfahrung gemacht, dass Kreative von Auftraggebern oft nicht so ganz ernst genommen werden. Das zeigt sich spätestens bei den Honorarverhandlungen. Wir haben uns daher angewöhnt, möglichst professionell aufzutreten. Das bedeutet zum Beispiel: klare Terminabsprachen, schriftliche Angebote, verbindliche Zusagen oder auch ‚die Sprache‘ des Auftraggebers zu sprechen.“
Björn Vofrei, Hannoverliebe!

Geschäftsidee: „Identität“ mit dem Lebensraum „Stadt“ stiften. Hannoverliebe! entwickelt Ideen, damit sich Menschen mit ihrer Stadt identifizieren und zur positiven Entwicklung von Stadtquartieren beitragen.
Auftraggeber: Kommunen, Unternehmen, Vereine, Initiativen
Gründungsjahr: 2010
Website: www.hannoverliebe.de


Lockengelöt

Dennis Schnelting, Carsten Trill und Michael Braak von Lockengelöt vor einer Hauswand

Dennis Schnelting, Carsten Trill, Michael Braak - erster Angestellter (V.l.n.r.)

„Eine eigene Website und ein Online-Shop ermöglichen einen schnellen und kostengünstigen Unternehmensauftritt. Aber wir haben festgestellt, dass sich Einzelhändler, die sich für unsere Produkte interessieren, auch auf Messen informieren. Sie wollen unsere Produkte in die Hand nehmen, um die Qualität festzustellen und uns auch persönlich kennenlernen. Ideal ist es, wenn man als junges produzierendes Unternehmen auf einen Händler trifft, der auf der Suche nach neuen Ideen ist. Also, auch wenn der Aufwand für einen Messebesuch groß ist - es lohnt sich. Wir fahren daher auf Konsumgütermessen und stellen dort aus.

Apropos Online-Shop: Ergänzend zu unserem Online-Katalog haben wir auch einen Printkatalog, den wir unseren Kunden auf Messen oder in unserem Geschäft in die Hand drücken. Viele Kunden finden es einfacher, jederzeit einen Katalog griffbereit zu haben anstatt im Internet zu suchen. Außerdem ist der Katalog selbst eine Art Designobjekt und kommt schon deshalb gut an.“
Carsten Trill, Lockengelöt

Geschäftsidee: Zweckentfremdung und Recycling von Alltagsgegenständen. Ziel ist es, der Wegwerfgesellschaft geistreich zu begegnen.
Kunden: Einzelhändler, Privatkunden
Gründungsjahr: 2004
Website: www.lockengeloet.com


Kabelbrand

Yvonne Schröer, Laura Rumich und Yannik Schreckenberger von Kabelbrand auf einem Sofa

Yvonne Schröer, Laura Rumich und Yannik Schreckenberger (V.l.n.r.)

„Für uns ist es sehr positiv, dass wir Räumlichkeiten gefunden haben, in denen wir gemeinsam als Team arbeiten können. Das ist auf jeden Fall besser, als dass jeder allein für sich zu Hause arbeitet. Außerdem bewegen wir uns in einem sehr kreativen Umfeld, wo wir jede Menge Impulse von außen bekommen und uns mit anderen austauschen können. Was die gemeinsame Arbeit betrifft, sind klare Zuständigkeiten sinnvoll. Anstatt dass jeder alles macht, ist es viel effektiver Aufgabenbereiche untereinander aufzuteilen - außerdem tut es dem ‚Betriebsklima‘ gut. Wir stellen uns auch immer wieder die Frage nach dem „Warum?“ und diskutieren darüber, was wir eigentlich mit unserem Angebot bezwecken und in welche Richtung wir wollen. Diese Visionen formulieren wir auch gegenüber unseren Kunden, um einen gemeinsamen Nenner bei der Konzeption von Aktionen oder Kampagnen zu haben.“
Laura Rumich, Kabelbrand

Geschäftsidee: Die Kommunikations-Agentur Kabelbrand entwickelt interaktive Konzepte, Aktionen und Kampagnen für Unternehmen im Bereich der Erlebnis-Kommunikation, um die jeweilige Zielgruppe in Interaktion untereinander und/oder mit dem Unternehmen zu bringen. Dazu gehören beispielsweise interaktive Elemente auf Messen, Flashmobs, Guerilla Aktionen aber auch virale Kampagnen im Internet.
Kunden: Unternehmen
Gründungsjahr: 2011
Website: www.kabelbrand.de


Weitere Informationen:

„Kultur- und Kreativpiloten Deutschland“
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