Inhalt

Interview mit Sebastian Schulze, UPcload GmbH

Dennis Schnelting, Carsten Trill und Michael Braak von Lockengelöt vor einer Hauswand
v.l.n.r. Sebastian Schulze, Asaf MosesBild: Upcload

KURZINFO

Upcload GmbH
Geschäftsführung: Asaf Moses, Sebastian Schulze
Gründung: 2011
www.upcload.com


„Das Team ist absolut erfolgsentscheidend.“

Sebastian Schulze, Asaf Moses und Philipp Strathausen haben eine Technologie entwickelt, mit der sich per Webcam die exakten Körpermaße erfassen lassen. Bei ihren ersten Schritten wurden die Gründer mit EXIST-Gründerstipendium gefördert. Inzwischen sind sie auf dem Weg in den USA-Markt. Unterstützt werden sie dabei vom German Silicon Valley Accelerator (GSVA), einem Modellprojekt des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie.

Herr Schulze, Sie haben Betriebswirtschaft und Politologie studiert. Asaf Moses ist Volkswirt, und Philipp Strathausen ist Informatiker. Wie kommt man da auf die Idee, ein Verfahren zu entwickeln, das Körpermaße erfasst?

Schulze: Asaf hat während unserer Studienzeit immer mal wieder Kleidung im Internet bestellt, die ihm aber oft nicht richtig gepasst hat. Also hat er sie entweder Freunden angeboten oder zurückgeschickt. Wir haben dabei festgestellt, dass im Textil-Versandhandel die Zahl der Retouren sehr hoch sind, weil Kleidungsstücke nicht passen. Allein in Deutschland wird nahezu jedes zweite bestellte Kleidungsstück wieder zurückgeschickt, was natürlich erhebliche Kosten verursacht. Diese Probleme auf Käufer- und Verkäuferseite waren dann der Ausgangspunkt für unser Geschäftsmodell.

Und das besteht darin, seine Körpermaße genau zu ermitteln und beim Online-Kauf anzugeben.

Schulze: Richtig. Sie stellen sich dazu zu Hause etwa eine Minute vor die eigene Webcam – einmal frontal, einmal im Profil zur Kamera. Die Software, die wir derzeit entwickeln, ist dann in der Lage, automatisiert die Körpermaße einer Person mit Hilfe einer Standard-Webcam exakt zu erfassen. Außerdem speichert die Software die ermittelten Maße, so dass man sie jederzeit wieder abrufen kann. Mit diesen Maßangaben kann man sich als Kunde dann entweder Maßanzüge oder Maßhemden anfertigen lassen. Oder sie helfen dem Online-User beim Kauf etwa von Hosen oder Hemden dabei, seine Größe zu finden und zu bestellen.

Ich halte es für sehr wichtig, dass man von den Erfahrungen anderer Unternehmerinnen und Unternehmer profitieren kann.

Wann fiel der Startschuss für Ihre Gründungsvorbereitungen?

Schulze: Während des Studiums haben wir angefangen, erste Ideen zu entwickeln. Nach dem Studium hat Asaf Moses sich intensiver mit der Idee beschäftigt und ein erstes Entwicklungspapier geschrieben. Im Jahr 2009, nach Abschluss unseres Studiums, haben wir uns dann entschlossen, das Thema massiv voranzutreiben und einen dritten Gründer für den Technologiebereich gesucht. Das war dann Philipp Strathausen.

Für Ihre weitere Vorbereitung haben Sie die Unterstützung der Humboldt-Universität in Berlin in Anspruch genommen.

Schulze: Ja, unser Ansprechpartner ist die Humboldt-Innovation, die Wissens- und Transfer-Gesellschaft der Berliner Humboldt-Universität. Sie hat uns beim Antrag für das EXIST-Gründerstipendium unterstützt, womit wir nicht nur den Lebensunterhalt in der Anlaufphase sichern konnten, sondern auch ein Budget für Sachmittel erhielten. Davon haben wir bisher einen externen Dienstleister bezahlt, um unser Verfahren benutzerfreundlicher zu gestalten. In diesem Jahr werden wir das Budget voraussichtlich für Mitarbeiter und neue Hardware gut gebrauchen können.

Mit EXIST-Gründerstipendium konnten wir nicht nur den Lebensunterhalt in der Anlaufphase sichern, sondern haben auch ein Budget für Sachmittel erhalten.

Welche weitere Finanzierung haben Sie in Anspruch genommen?

Schulze: Kapital von privaten Investoren, die uns nicht nur mit ihrem Kapital unterstützen, sondern auch mit ihrer Erfahrung als Unternehmer. Dazu gehören die Kompetenzen in verschiedenen Bereichen, beispielsweise im juristischen Bereich oder auch im Aufbau von Unternehmen. Ich halte es für sehr wichtig, dass man als Gründer von den Erfahrungen anderer Unternehmerinnen und Unternehmer profitieren kann und sich immer wieder Rat holt.

Sie haben sich erfolgreich beim German Silicon Valley Accelerator (GSVA) beworben. Der GSVA ist ein Modellprojekt des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie, das junge IKT-Unternehmen beim Eintritt in den US-Markt durch einen Aufenthalt im Silicon Valley unterstützt. Welche Erwartungen haben Sie an Ihren USA-Aufenthalt?

Schulze: Der US-Markt ist sehr wichtig für UPcload, da wir noch in 2012 planen in den USA zu launchen. Wir haben bereits mit The North Face eine prominente US-Marke als Partner und möchten unser Netzwerk schnell ausbauen. Dazu bietet uns das GSVA-Programm eine großartige Chance. Die kostenfreien Büroräume vor Ort und das starke Netzwerk ermöglichen uns ab Juli 2012 eine operative Präsenz in den USA aufzubauen.

WEITERE INFORMATIONEN
Zur Langfassung des Interviews auf www.exist.de