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Interview mit Wolfram Groß, VDI/VDE-IT GmbH

Wolfram Groß
Wolfram GroßBild: VDI/VDE-IT

KURZINFO

Gründerwettbewerb – IKT Innovativ
Start der nächsten Runde: 1. August 2012
www.gruenderwettbewerb.de


„Der Gründerwettbewerb IKT Innovativ ist erfolgreich.“

Das BMWi unterstützt mit dem "Gründerwettbewerb – IKT Innovativ" die Gründung in den Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT). Wolfram Groß, Projektleiter bei der VDI/VDE-IT GmbH, die den Wettbewerb im Auftrag des BMWi durchführt, stellt die wichtigsten Eckpunkte vor.

Herr Groß, welche Ziele verfolgt das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie mit dem Wettbewerb?

Groß: Das Bundeswirtschaftsministerium möchte die Rolle der Informations- und Kommunikationstechnik in Deutschland stärken. Der Wettbewerb soll daher dazu beitragen, dass mehr innovative Unternehmen gegründet werden. Damit soll Deutschland seine internationale Spitzenposition beibehalten. Darüber hinaus sollen natürlich hochwertige Arbeitsplätze entstehen und bestehende erhalten bleiben.

Wie sieht das Bewerbungsverfahren für den Wettbewerb aus?

Groß: Das ist relativ einfach. Im Gegensatz zu einem typischen Businessplanwettbewerb brauchen Bewerber beim Gründerwettbewerb nur eine Ideenskizze einzureichen. Der Wettbewerb ist so angelegt, dass er die Gründerinnen und Gründer dann bei der Vorbereitung des Businessplans unterstützt.

Die Ideenskizze sollte zwischen 10 und 15 Seiten umfassen und erläutern, welches Produkt, welche Dienstleistung das Gründungsteam anbieten möchte, inwieweit es sich um ein innovatives Vorhaben handelt, welchen Kundennutzen das Ganze hat, an welche Zielgruppen es adressiert ist und in welchem Markt es sich bewegt. Außerdem erwarten wir auch Antworten auf die spannenden Fragen nach der Ressourcenplanung und den Chancen, aus der Idee ein erfolgreiches Unternehmen zu machen. Was von vielen Bewerbern immer wieder vergessen wird: Wir wollen natürlich auch wissen, wer sie sind, welche Erfahrungen sie haben und mit welchem Hintergrund und mit welchen Netzwerken sie in die Gründung einsteigen können. Alles in allem geht es nicht darum, ein ausformuliertes Zahlenwerk einzureichen. Nur sollten die Bewerber schon wissen, welcher Umsatz sich in zwei oder fünf Jahren mit der Idee erzielen lässt.

Die Bewerber sollten schon wissen, welcher Umsatz sich in zwei oder fünf Jahren mit ihrer Idee erzielen lässt.

Welche Voraussetzungen müssen die Bewerber erfüllen?

Groß:Wir sind da völlig offen. Es gibt immer wieder eine ganze Reihe von Bewerbern, die bereits Berufserfahrung haben und dadurch natürlich gute Voraussetzungen mitbringen. Die konnten in ihrer Branche bereits ein Netzwerk aufbauen und setzen ihre beruflichen Erfahrungen sehr marktorientiert in ein neues Produkt oder eine neue Dienstleistung um. Andererseits zeigt der Wettbewerb, dass Hochschulabsolventen auch immer wieder glänzende Ideen mit hervorragenden Umsetzungschancen haben. Darüber hinaus haben wir unter den Bewerbern auch Freiberufler oder Kleinunternehmer, die ihr Unternehmen mit einer innovativen Idee entwickeln und dieses Wachstum entsprechend planen und vorbereiten möchten. Bereits gegründete AGs und GmbHs dürfen nicht älter als vier Monate sein. Die Gesellschafter einer UG oder GbR können sich dagegen uneingeschränkt an dem Wettbewerb beteiligen.

Auf die Gewinner wartet nicht nur ein Geldpreis in Höhe von 30.000 bzw. 6.000 Euro, sondern auch ein umfassendes Coaching. Wie sieht das aus?

Groß:Wir bieten sowohl den Hauptpreisträgern als auch alle weiteren Preisträgern ein Coaching an, da die Geschäftsideen aller Preisträger letztlich sehr gut sind und nur graduelle Unterschiede bestehen. Es lohnt sich also aus unserer Sicht, in alle Teams zu investieren. Das Coaching beginnt immer mit einem sogenannten Strategieworkshop. Ziel ist es dabei, alle Aspekte ihrer Gründungsidee mit den Gründern zu diskutieren, um dadurch Stärken und Schwächen zu identifizieren, aber auch zusätzliche Potentiale herauszuarbeiten. In der Regel sind die Gründerinnen und Gründer schon sehr gut vorbereitet: viele Aspekte sind durchdacht, sehr konkret und zielführend. Aber bei einigen Punkten besteht doch noch Nachholbedarf und da setzt dann auch das Coaching in einem Umfang von bis zu sechs Tagen an. Bei der Suche nach einem geeigneten Coach vor Ort helfen wir den Gründerinnen und Gründern natürlich auch, indem wir ihnen Zugang zu unserem bundesweiten Coachingnetzwerk verschaffen.

Darüber hinaus bieten wir Seminare an, um das Know-how der Gründerinnen und Gründer rund um Themen wie Kommunikation, Onlinemarketing oder rechtlichen Aspekten der Unternehmensführung zu vertiefen. Und bei der Suche nach einer geeigneten Finanzierung unterstützen wir die Teams ebenfalls.
Diese intensive inhaltliche Unterstützung dürfte auch einer der Gründe dafür sein, dass die Gründungsquote im Anschluss an den Gründerwettbewerb erfreulicherweise sehr hoch ist. Allein bei den Hauptpreisträgern machen sich 100 Prozent und bei den weiteren Preisträgern über 80 Prozent tatsächlich selbständig.

Die intensive Unterstützung dürfte einer der Gründe sein, dass die Gründungsquote im Anschluss an den Wettbewerb sehr hoch ist.

Wissen Sie, wie sich die jungen Unternehmen entwickeln? Halten Sie regelmäßig Kontakt zu den Gründern?

Groß: Ja, wir pflegen den Kontakt und laden unsere „Ehemaligen“ zum Beispiel auf den jährlichen Kongress „Junge IKT-Wirtschaft“ ein. Darüber hinaus erstellen wir auf Grundlage einer jährlichen Umfrage eine sogenannte Wirkungsanalyse. Und die zeigt bisher, dass sich viele der Preisträger mit ihren Unternehmen sehr erfolgreich entwickelt haben.

WEITERE INFORMATIONEN
Zur Langfassung des Interviews auf www.exist.de

Geschäftsfelder der gegründeten Unternehmen

(Mehrfachnennungen möglich)

IT-Dienstleistungen

64

Herstellung Software

45

Herstellung IT-Geräte

6

TK-Dienstleistungen

5

Herstellung TK-Infrastruktur

3

Herstellung digitaler Konsumelektronik

2

Herstellung TK-Endgeräte

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Sonstiges

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Quelle: Aussagen von Gründerinnen und Gründern der ersten Wettbewerbsrunde 2010/2011 des „Gründerwettbewerbs - IKT Innovativ“, n = 95 (Mehrfachnennungen möglich)