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Anregungen von Mitarbeitern

Nicht nur die Unternehmerin und der Unternehmer selbst, sondern auch deren Mitarbeiter haben ein Interesse daran, dass das Geschäftsmodell funktioniert – schließlich hängt von dessen Erfolg ihr Arbeitsplatz ab. Und: Sie kennen den Betrieb fast so gut wie sie bzw. er. Beobachtungen und Verbesserungsvorschläge von Mitarbeitern sind für die erfolgreiche Entwicklung eines Unternehmens von großem Wert.

Selbst wer als unternehmerischer Newcomer zunächst nur mit einer Mitarbeiterin oder einem Mitarbeiter startet, sollte daher ein Klima schaffen, das einen offenen Austausch über neue Ideen zulässt, so Wolf Kempert vom BDU: „Das ist in der Praxis leider keineswegs selbstverständlich. Dazu gehören nicht nur Gespräche zwischendurch, sondern auch Gespräche, die einmal in der Woche oder im Monat zu festgelegten Themen geführt werden. Beispielsweise dazu, wie man den Vertrieb verbessern kann. Wie man die Kunden besser erreichen kann. Wie man betriebsinterne Abläufe so verändern sollte, dass man effektiver arbeitet. Darüber, was man dafür an sich selbst verändern muss, beispielsweise durch Weiterbildung, Training usw. Solche Gespräche sollten mit allen Mitarbeitern auf Augenhöhe stattfinden – unabhängig von Hierarchie und Qualifikation.“

Um zielstrebig innovative Prozesse in Gang zu setzen, können auch Kreativitätstechniken eingesetzt werden, empfiehlt Mathias Härchen von der IHK Köln. „Die einfachste und bekannteste Methode ist das Brainstorming, wobei oftmals der Fehler begangen wird, dass die Ideen sofort bewertet und nicht weiter verfolgt werden. Das bewirkt allerdings eben nicht einen kreativen Prozess, sondern das Gegenteil. Eine weitere Methode ist zum Beispiel das sogenannte Business Model Canvas, mit deren Hilfe sich auf eine ganz einfache Art und Weise unter anderem darstellen lässt, wer als Lieferant oder als Partner benötigt wird, um ein neues Produkt, eine neue Dienstleistung anzubieten, wie hoch der Kostenaufwand dafür ist oder auch welche Änderungen am Vermarktungskonzept notwendig sind.“ Für welche der vielfältigen Kreativitätstechniken man sich auch entscheidet: Sie sind in jedem Fall ein effektives und unterhaltsames Instrument, um Unternehmer und Mitarbeiter auf neue Ideen zu bringen.

Über eine erfolgreiche Anpassung des Geschäftsmodells hinaus hat eine solche ideen- und innovationsfreundliche Atmosphäre eine weitere erfreuliche Nebenwirkung. Bei der Suche nach qualifizierten Mitarbeitern müssen junge Unternehmen meist mit etablierten Unternehmen konkurrieren. Wer sich bei einem Start-up um einen Job bewirbt, dem ist das Risiko durchaus bewusst, dass das Unternehmen unter Umständen schnell wieder vom Markt verschwinden kann. Meist sind auch die Bezahlung und Sozialleistungen niedriger im Vergleich zu mittelständischen oder großen Unternehmen. Wenn ein junges Unternehmen allerdings vermitteln kann, dass hier auf Augenhöhe mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern gesprochen wird, dass ihre Ideen nicht nur gefragt, sondern möglicherweise auch umgesetzt werden und ein Produkt oder Dienstleistung als gemeinsame Entwicklung präsentiert wird, ist das ein großer Wettbewerbsvorteil.

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