Existenzgründung

BMWi-Expertenforum

Als Existenzgründerin und Existenzgründer hat man täglich mit neuen Fragen zu tun.

Das Experten-Team des BMWi beantwortet Ihnen Ihre Fragen und weist Ihnen den weiteren Gründungsweg. In unserem eMagazin stellen wir Ihnen jeweils einen der über 40 Experten vor.

Ines Zemke

Projektleiterin des Infotelefons

Ines Zemke ist Projektleiterin des Infotelefons zu Mittelstand und Existenzgründung des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie. Frau Zemke und ihr Team beantworten im BMWi-Expertenforum sowie über die telefonische Infoline u.a. Fragen zu Förderprogrammen für Existenzgründer und junge Unternehmen, zur Existenzgründung aus der Arbeitslosigkeit, zu Anmeldungen und Genehmigungen oder auch zu Beratungs- und Coachingangeboten.

Sie erreichen das Infotelefon zu Mittelstand und Existenzgründung unter der folgenden Rufnummer:

Telefon:

030-340 60 65 60

Öffnungszeiten:

Montag bis Donnerstag von 8:00 bis 20:00 Uhr
Freitag von 8:00 bis 12:00 Uhr

 

FrageAls langjährige Mitarbeiterin und Filialleiterin eines Drogeriemarktes möchte ich mich nun selbständig machen. Die Räumlichkeiten der alten Filiale werden mir kostengünstig angeboten, auch Kontakte zu Lieferanten des Sortiments sind gegeben. Welche Fördermittel durch den Staat oder Sonstige können mir gewährt werden?


Antwort

Der Bund sowie die Bundesländer bieten unterschiedliche Förderprogramme für Existenzgründer oder Unternehmen an. Die Förderungen können sowohl in Form von Zuschüssen, Darlehen oder auch Bürgschaften vergeben werden. Um geeignete Förderprogramme zu finden, ist es wichtig zu wissen für welchen Bereich eine Förderung gesucht wird, z.B. Beratungsförderung oder Investitionsförderung.

Die Agentur für Arbeit kann Sie mit einem Gründungszuschuss unterstützen. Der Gründungszuschuss ist eine Leistung nach § 93 Sozialgesetzbuch III und wird für Gründer zur Verfügung gestellt, die mit der geförderten hauptberuflichen Selbständigkeit ihre Arbeitslosigkeit beenden. Als hauptberuflich wird jede Tätigkeit ab 15 Stunden pro Woche angesehen. Der jeweilige Antrag ist vor Beginn der hauptberuflichen Selbständigkeit bei Ihrer Agentur für Arbeit zu stellen.
Weitere Informationen zum Gründungszuschuss erhalten Sie auf den Seiten der Arbeitsagentur, z.B. in der aktuellen Geschäftsanweisung unter www.arbeitsagentur.de .

Suchen Sie eine Förderung zur Finanzierung von Investitionen, kommt zum Beispiel der ERP Gründerkredit - StartGeld in Frage. Der ERP Gründerkredit - StartGeld der KfW kann von Gründerinnen und Gründern innerhalb der ersten drei Jahre nach Aufnahme der selbständigen Tätigkeit über die Hausbank beantragt werden. Die Bank prüft Ihre Bonität, das Geschäftskonzept, Ihre fachliche Qualifikation sowie Ihre Branchenkenntnisse. Es können bis zu 100% des Gesamtfinanzierungsbedarfs mit maximal 100.000 Euro gefördert werden. Dieses Darlehen richtet sich auch an Existenzgründer mit wenig oder keinem Eigenkapital. Nähere Informationen finden Sie im Internet unter www.kfw.de.

Neben dem Bund bieten auch die einzelnen Bundesländer Förderprogramme an. Informationen zu den Förderprogrammen Baden-Württembergs erhalten Sie bei der Initiative für Existenzgründungen und Unternehmensnachfolge - ifex unter der 0711-1232786.

Sie können sich über die Internetseite www.foerderdatenbank.de informieren, ob für Sie andere Fördermöglichkeiten zur Existenzgründung bestehen. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie stellt auf dieser Internetseite eine Förderdatenbank zur Verfügung. Unter Eingabe Ihrer Kriterien (Fördergebiet, Förderart oder Förderbereich), können Sie entsprechende Programme und Richtlinien einsehen.

Juli 2012

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FrageIch befinde mich zurzeit noch im Studium an einer Universität, habe mich jedoch im Juni auch selbständig gemacht. Um die Anfangsphase der Selbständigkeit zu finanzieren, möchte ich anfragen, welche Möglichkeiten der Förderung und Zuschüssen mir zur Verfügung stehen würden und wie ich diese erhalten kann.


Antwort

Der Bund sowie die Bundesländer bieten unterschiedliche Förderprogramme für Existenzgründer oder Unternehmen an. Die Förderungen können sowohl in Form von Zuschüssen, Darlehen oder auch Bürgschaften vergeben werden. Um geeignete Förderprogramme zu finden, ist es wichtig zu wissen für welchen Bereich eine Förderung gesucht wird, z.B. Beratungsförderung oder Investitionsförderung. Jedes Förderprogramm hat eine eigene Richtlinie in der u.a. die Antragstellung geregelt ist.

Sie können sich über die Internetseite www.foerderdatenbank.de informieren, ob für Sie Fördermöglichkeiten zur Existenzgründung bestehen. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie stellt auf dieser Internetseite eine Förderdatenbank zur Verfügung. Unter Eingabe Ihrer Kriterien (Fördergebiet, Förderart oder Förderbereich), können Sie entsprechende Programme und Richtlinien einsehen.

Bei geringem Kapitalbedarf ist auch eine Förderung über den Mikrokreditfonds möglich. Dieses Programm richtet sich an Vorhaben mit einem Kreditbedarf von bis zu 20.000 Euro. Es gibt keine Kredituntergrenze, so dass auch sehr kleine Kredite gewährt werden können. Das Besondere hierbei ist, dass auch Gründer, die keinen Zugang zu Banken haben, hier einen Kredit erhalten können. Weitere Informationen zum Mikrokreditfonds und zur Beantragung in Ihrem Bundesland finden Sie auf der Internetseite www.mikrokreditfonds.de.

September 2012

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FrageIch möchte nebenberuflich Apps für Smartphones entwickeln. Die Erlaubnis meines Arbeitgebers liegt vor. Ich gehe in der Anfangszeit von geringen Einnahmen aus, vielleicht 10 bis 50 Euro. Meine Investitionskosten sind praktisch null Euro, da alles bereits vorhanden ist. Leider bin ich nach Recherchen sehr unsicher was die Anmeldung als Gewerbe angeht. Brauche ich bei solch geringem Gewinn eine Anmeldung als Gewerbe? Wenn ja, wäre vermutlich ein Einzelgewerbe als Kleinunternehmer das Richtige?


Antwort

Nach § 14 Gewerbeordnung (GewO) ist es notwendig jedes Gewerbe anzuzeigen. Als Gewerbe wird grundsätzlich jede erlaubte wirtschaftliche Tätigkeit bezeichnet, die auf eigene Rechnung, eigene Verantwortung und auf Dauer mit der Absicht zur Gewinnerzielung betrieben wird. Die Bezeichnung "auf Dauer angelegt" beschreibt Tätigkeiten, die fortgesetzt und nicht nur gelegentlich ausgeführt werden. Das heißt, es ist eine gewisse Wiederholungs-/ Fortsetzungsabsicht gefordert. Ein einmaliger Kauf/Verkauf ist im o.a. Sinne demzufolge kein steuer- und anmeldepflichtiges Gewerbe.

Die Wahl der Rechtsform hängt von verschiedenen Punkten ab. Für welche Rechtsform Sie sich letztendlich entscheiden, liegt bei Ihnen. Kriterien für die Entscheidung können z.B. Gründungskosten, Haftungsbeschränkungen usw. sein. Es besteht außerdem die Möglichkeit die Rechtsform später zu ändern.

Bei der Entscheidung, welche Rechtsform Sie wählen, sollten Sie alle rechtlichen, steuerlichen und finanziellen Folgen gegeneinander abwägen. Wichtige Aspekte bei der Wahl der Rechtsform können z.B. das Image einer Rechtsform, die mit der Rechtsform verbundenen Kosten oder der Umfang der Haftung des Gründers sein. Zu steuerlichen Gestaltungsmöglichkeiten bezüglich der von Ihnen favorisierten Rechtsformen sowie zu weiteren steuerrechtlichen Fragen sollten Sie sich an einen Steuerberater oder an das Finanzamt wenden. Allgemeine Informationen und Anhaltspunkte zur Wahl der Rechtsform erhalten Sie auf der Internetseite www.existenzgruender.de/selbstaendigkeit.

Des Weiteren beachten Sie bitte, wer ein Unternehmen eröffnet, muss dieses binnen einer Woche beim zuständigen Unfallversicherungsträger anmelden. Diese Meldepflicht (§ 192 Sozialgesetzbuch VII) besteht unabhängig von der Tatsache, dass die gesetzliche Unfallversicherung eine Durchschrift jeder Gewerbeanmeldung erhält. Unternehmerinnen und Unternehmer, die keine Mitarbeiter beschäftigen, sind nicht in jedem Fall versicherungspflichtig in der Gesetzlichen Unfallversicherung. Eine freiwillige Versicherung bei der Berufsgenossenschaft kann aber sinnvoll sein, um sich gegen die Folgen von Arbeitsunfällen und Berufskrankheiten zu versichern. Erkundigen Sie sich bitte bei der Infoline der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) unter der Rufnummer 0800 60 50 40 4, welche Berufsgenossenschaft Ihr Ansprechpartner ist.

Weitere Informationen zur Gründung von Kleinunternehmen finden Sie auch auf der Internetseite www.existenzgruender.de.

Juni 2012

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FrageIch bin leitende Angestellte in einer mittelständischen Druckerei und plane mich selbständig zu machen in der Eventplanung. Diesen Schritt möchte ich aber "weich" starten. Sprich: mit Genehmigung des jetzigen Arbeitgebers für ein halbes Jahr nebenbei beginnen, bis ich kündige und mich komplett der Einzelunternehmung widme. Muss ich hier mit Schwierigkeiten oder ähnlichem rechnen?


Antwort

Sie können mit Zustimmung des Arbeitgebers, eine nebenberufliche selbständige Tätigkeit ausüben. Es ist empfehlenswert, sich dies schriftlich bestätigen zu lassen.

Auch wenn Sie eine Tätigkeit im Nebenerwerb ausüben, müssen Sie dies Ihrer gesetzlichen Kranken - und Pflegekasse mitteilen. Diese wird prüfen, ob Ihre Tätigkeit für Sie der wirtschaftliche Mittelpunkt bedeutet. Unter anderem spielt dabei die Frage nach Angestellten, der zeitliche Aufwand, aber auch die monatlichen Einnahmen eine Rolle.

Bitte beachten Sie, wer ein Unternehmen eröffnet, muss dieses binnen einer Woche beim zuständigen Unfallversicherungsträger anmelden. Diese Meldepflicht (§ 192 Sozialgesetzbuch VII) besteht unabhängig von der Tatsache, dass die gesetzliche Unfallversicherung eine Durchschrift jeder Gewerbeanmeldung erhält. Unternehmerinnen und Unternehmer, die keine Mitarbeiter beschäftigen, sind nicht in jedem Fall versicherungspflichtig in der Gesetzlichen Unfallversicherung. Eine freiwillige Versicherung bei der Berufsgenossenschaft kann aber sinnvoll sein, um sich gegen die Folgen von Arbeitsunfällen und Berufskrankheiten zu versichern. Erkundigen Sie sich bitte bei der Infoline der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) unter der Rufnummer 0800 60 50 40 4, welche Berufsgenossenschaft Ihr Ansprechpartner ist.

Weiterführende Informationen erhalten Sie auf der Internetseite unter www.existenzgruender.de/guided_tour.

Juni 2012

Weitere Antworten des Infotelefon-Teams zu Mittelstand und Existenzgründung finden Sie in den Rubriken
Gründungsplanung und
Förderung/Finanzierung

Dort können Sie auch Ihre Frage an das Team des Infotelefons oder an einen der anderen Experten stellen.

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