Existenzgründung

BMWi-Expertenforum

Als Existenzgründerin und Existenzgründer hat man täglich mit neuen Fragen zu tun.

Die Experten des BMWi-Expertenforums beantworten Ihre Frage und weisen Ihnen den weiteren Gründungsweg. In unserem eMagazin stellen wir Ihnen jeweils einen der über 40 Experten vor.

Holger Richter

Holger Richter ist verantwortlich für die Förderberatung des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie (BMWi) und informiert Existenzgründerinnen, -gründer, Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft und Angehörige der freien Berufe über die Fördermöglichkeiten des Bundes.

Sie erhalten Informationen zu:

- Förderprogrammen, die für Ihr Vorhaben zur Verfügung stehen,
- Fragen zur Vorbereitung auf das Bankengespräch,
- Finanzierungsmöglichkeiten (Eigen- und Fremdkapitalbeschaffung, Bonitätsaspekte und Sicherheiten, Liquiditätsunterstützung, Haftungsfreistellungen usw.)

Telefonisch erreichen Sie die BMWi-Förderberatung unter der Telefonnummer 030 18 615-8000, Montag bis Donnerstag von 9:00 bis 16:00 Uhr, Freitag von 9:00 bis 12:00 Uhr

Wir stellen Ihnen hier einige Fragen vor, die die BMWi-Förderberatung im BMWi-Expertenforum beantwortet hat. Weitere bereits beantwortete Fragen finden Sie in der Rubrik „Finanzierung und Förderung“ des BMWi-Expertenforums. Dort haben Sie auch die Möglichkeit, Ihre Frage an die BMWi-Förderberatung zu stellen.

 

FrageIch habe eine IT-Firma im Jahr 2011 gegründet und bisher keinerlei Förderung erhalten. Eine Förderung durch die KfW lehnte der Berater meiner Hausbank aus für mich unerkenntlichen Gründen ab (zuerst war es eine fehlende BWA, dann plötzlich die nicht saubere SCHUFA). Nachdem ich die Schufa bereinigt habe, erhielt ich nun ein abschlägiges Schreiben der Hausbank hinsichtlich des ERP-StartGeldes. Mein Unternehmen wird somit weiterhin klein gehalten. Welchen Rat hätten Sie dazu für mich?


Antwort

Lassen Sie sich nach der ersten Absage nicht entmutigen. Sie sollten sich in einem zweiten Anlauf des Wettbewerbs unter den Banken bedienen. Das sogenannte Hausbankenprinzip im Antragsverfahren zu Förderdarlehen verlangt von Ihnen die Einschaltung einer Geschäftsbank (bestenfalls am künftigen Geschäftssitz) nach Ihrer Wahl.

Also führen Sie zunächst - so wie bei allen anderen Geschäften, die Sie tätigen - unverbindliche Gespräche mit allen Ihnen zur Verfügung stehenden Banken und Sparkassen. Stellen Sie Ihr Vorhaben vor und untersetzen Sie Ihre Ausführungen mit Ihrem Businessplan, der die Entscheidungsgrundlage für jeden Banker sein muss.
Sie werden nach beispielsweise fünf verschiedenen Bankgesprächen auch fünf verschiedene Herangehensweisen festgestellt haben, die von "Danke, das interessiert uns nicht …" bis "Interessantes Vorhaben, wir sind dabei …" reichen können. Treffen Sie dann Ihre Wahl. Bedenken Sie, der Aufbau einer vertrauensvollen Zusammenarbeit mit Ihrer künftigen Geschäftsbank dient sowohl der Finanzierung Ihrer aktuellen Gründungsaktivitäten, genauso aber auch der kontinuierlichen Begleitung Ihres Unternehmens in der Zukunft.

Lassen Sie sich in Vorbereitung auf die Bankengespräche auch von der für Ihren Geschäftssitz zuständigen Industrie- und Handelskammer beraten, um insbesondere deren Kenntnisse über regionale und branchenspezifische Besonderheiten nutzen zu können.

Quelle: Holger Richter
Förderberatung im Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie

August 2012

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FrageEiner unserer Kunden schuldet uns 500.000 Euro und zahlt nicht wie vereinbart. Wir sind eine GmbH, nicht fremdfinanziert und haben letztes Jahr 250.000 Euro nach Steuern erwirtschaftet. Unser Eigenkapital liegt bei 420.000 Euro und wir benötigen kurzfristig Liquiditätshilfe. Welche Möglichkeiten gibt es für uns?


Antwort

Zur Finanzierung Ihrer laufenden Geschäftstätigkeit stehen Ihnen nur zwei Quellen zur Verfügung: Ihr Eigenkapital und Fremdkapital in Form eines Bankkredits.

Wenden Sie sich also an Ihre Hausbank, um über die Aufnahme eines Betriebsmittelkredits die - hoffentlich zeitweilige - Liquiditätsschwäche Ihres Unternehmens überbrücken zu können. Ziehen Sie dabei auch die Möglichkeit eines Förderdarlehens des Bundes (der KfW Bankengruppe) oder der Förderbank Ihres Bundeslandes in Betracht. Auch die sind ausschließlich über Ihre Hausbank zu beantragen. Informationen darüber finden Sie in der Förderdatenbank des Bundes unter www.foerderdatenbank.de.

In Vorbereitung der Bankengespräche empfehle ich Ihnen, Kontakt aufzunehmen mit der für Ihren Geschäftssitz zuständigen Industrie- und Handelskammer, um auch deren umfangreiches Informations- und Beratungsangebot in Anspruch nehmen zu können.

Quelle: Holger Richter
Förderberatung im Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie

Oktober 2012

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FrageIch habe eine Frage zur Förderung einer Existenzgründungsberatung. Wir würden für unser Vorhaben gerne die Existenzgründungsberatung eines Steuerberaters oder Wirtschaftsprüfers in Anspruch nehmen. Gibt es hierfür Fördermöglichkeiten, auch wenn man sich nicht in der Arbeitslosigkeit befindet?


Antwort

Jedem Existenzgründer, unabhängig davon ob er sich aus dem Angestelltenverhältnis oder aus der Arbeitslosigkeit heraus selbständig machen will, stehen Möglichkeiten der Förderung bei der Finanzierung externer Beratungsleistungen zur Verfügung. Bund und Länder haben sich dabei darauf geeinigt, dass alle Beratungen vor dem Tag der Gründung (Vor-Gründungsberatung) durch Förderangebote des jeweiligen Bundeslandes, alle Beratungen ab Gründung bis max. fünf Jahre danach durch den Bund (hier das sog. "Gründercoaching Deutschland" der KfW Bankengruppe) finanziell unterstützt werden können.

Inhalt beider Angebote ist die anteilige Erstattung der Ihnen in Rechnung gestellten Beraterhonorare. Wichtig für Sie zu wissen ist, dass nur Beratungsleistungen von in der KfW-Beraterbörse gelisteten Beratern oder Beratungsunternehmen förderfähig sind.

Sofern Ihr künftiger Geschäftssitz sich in Rheinland-Pfalz sein sollte, können Sie im Rahmen der Vor-Gründungsberatung auf das Förderprogramm "Betriebsberatungen für Existenzgründer" der Investitions- und Strukturbank Rheinland-Pfalz (ISB) GmbH zurückgreifen. Hinsichtlich weiterer Informationen hierzu und zum Antragsverfahren wenden Sie sich bitte - je nach geplanter Tätigkeit - an die für Ihren künftigen Geschäftssitz zuständige Industrie- und Handelskammer, Handwerkskammer oder den Landesverband der Freien Berufe Rheinland-Pfalz e.V.

Alle erforderlichen Informationen zu Inhalt und Prozedere der Beantragung von Mitteln aus dem Programm "Gründercoaching Deutschland" der KfW Bankengruppe erhalten Sie im Internet unter der Adresse www.kfw.de.
Regionale Ansprechpartner sind auch hier die Industrie- und Handwerkskammer oder Handwerkskammer.

Quelle: Holger Richter
Förderberatung im Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie

Juli 2011

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