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Es muss nicht immer eine Neugründung sein. Warum nicht einfach ein bestehendes Unternehmen übernehmen?

Die Vorteile einer Unternehmensnachfolge liegen auf der Hand: Das Unternehmen ist auf dem Markt bereits etabliert. Beziehungen zu Kunden und Lieferanten sind aufgebaut, die Dienstleistungen bzw. Produkte des Unternehmens sind auf dem Markt eingeführt, die Mitarbeiter sind eingearbeitet und der Nachfolger oder die Nachfolgerin kann auf den Erfahrungen des Vorgängers aufbauen.

Wer aber die richtigen Voraussetzungen mitbringt, hat gute Chancen ein erfolgreiches Unternehmen zu finden, das er fortführen kann. Nach Einschätzung des Instituts für Mittelstandsforschung Bonn wird im Zeitraum von 2010 bis 2014 für knapp 110.000 Familienunternehmen eine Nachfolgerin bzw. ein Nachfolger gesucht. Der häufigste Grund: die Inhaber sind in die Jahre gekommen und möchten sich zur Ruhe setzen. Es ist naheliegend, dass die meisten von ihnen ihr Lebenswerk innerhalb der Familie weitergeben möchten. Doch vielfach ist eine familieninterne Lösung nicht möglich, so dass der Betrieb entweder an einen externen Nachfolger oder an einen Mitarbeiter übergeben wird.

Zur Übergabe anstehende Unternehmen nach Wirtschaftszweigen 2010 bis 2014

Land- und Forstwirtschaft, Fischerei, Fischzucht2.100

Produzierenede Gewerbe31.300

Handel30.600

Unternehmensbezogene Dienstleistungen 32.200 *a)

Personenbezogene Dienstleistungen 12.700 *b)

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a) Verkehr und Nachrichtenübermittlung, Kredit- und Versicherungswesen, Vermietung, Verpachtung, Vermietung beweglicher Sachen ohne Bedienungspersonal, unternehmensnahe Dienstleistungen
b) Hotel- und Gaststättengewerbe, Gesundheitswesen, Aus- und Weiterbildung, sonstige öffentliche und persönliche Dienstleistungen

Quelle: Hauser, H.-E.; Kay, R.; Boerger, S.: Unternehmensnachfolgen in Deutschland 2010 bis 2014 - Schätzung mit weiterentwickeltem Verfahren -, in: Institut für Mittelstandsforschung Bonn (Hrsg.): IfM-Materialien Nr. 198, Bonn 2010.

Bei allen Vorteilen bedeutet eine Unternehmensnachfolge aber nicht, sich ins „gemachte Nest zu setzen“. Im Gegenteil: eine Unternehmensnachfolge gilt als die „Königsdisziplin“ unter den Existenzgründungen. Die Erwartungen und Anforderungen an Nachfolgerinnen bzw. Nachfolger sind hoch. Nicht zuletzt auch deswegen, weil es um den Erhalt von Arbeitsplätzen geht.

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