Spielerisch leicht lernen

Interview mit Caroline Donker

Foto von Caroline Donker mit Rucksack
Caroline Donker; Foto: C. Donker

KURZINFO

English For Children
Caroline Donker
Gründung: 2010
www.english-for-children.com


„Es war gut durchzuhalten, weil die Leute heute sehen, die Schule existiert noch, also muss sie gut sein.“

In Kleingruppen begeistert Caroline Donker Kinder von drei bis acht Jahren für Englisch. Über den spielerischen Umgang mit der Sprache, aber auch beim kreativen Gestalten von Ton finden Kinder den Zugang zur Weltsprache Nummer eins.

Frau Donker, was genau machen Sie als freiberufliche Englischlehrerin?

Donker: Ich biete Englischunterricht für Kinder an, für Kleinkinder ab zweieinhalb Jahren bis zum Schulkindalter von etwa acht Jahren. Das Besondere dabei ist, dass ich die Sprache spielerisch vermittle, zusammen mit dem, was die Kinder tun, zum Beispiel mit viel Spielzeug oder englischen Kinderbüchern, so dass die Kinder beides miteinander verknüpfen können. Ich versuche meinen Unterricht an ihren Interessen festzumachen. Beispielsweise am Thema Fußball, als die Fußball-EM lief. Oder am Thema Dinosaurier. Ich arbeite kundenorientiert. Und meine Kunden sind Kinder.

Wie sind Sie darauf gekommen?

Donker: Ich habe früher als Angestellte auch in einem bilingualen Kindergarten gearbeitet und gesehen, dass es einen Bedarf gibt. Und da ich nicht mehr in einem Team arbeiten wollte, das mir vorgibt, wie ich arbeiten muss, habe ich mich selbständig gemacht.

Ich arbeite kundenorientiert. Und meine Kunden sind Kinder.

Was war für den Erfolg Ihrer Gründung entscheidend?

Donker: Dass ich Unterstützung gesucht und gefunden habe. Erstens durch die Gründungsberatung des Instituts für Freie Berufe. Hier hat man mir zum Beispiel dabei geholfen, meinen Businessplan zu schreiben, um den Gründungszuschuss bei der Arbeitsagentur zu beantragen. Den habe ich auch bekommen. Als ich dann selbständig war, habe ich gemerkt, dass ich beim Marketing Unterstützung brauche, und auch dabei, mich gegenüber der Konkurrenz zu positionieren. Ich habe mich daher coachen lassen, was sehr wichtig war. Gefördert wurde ich dabei durch das Programm Gründercoaching Deutschland der KfW Bankengruppe. Trotzdem hatte ich am Anfang wenig Einnahmen, musste Kunden finden und eine Durststrecke von einem guten Jahr überstehen. Aber es war gut durchzuhalten, weil die Leute heute sehen, dass die Schule immer noch da ist und daraus schließen, dass sie wohl gut sein muss. Ohne meinen Mann und ohne seine Unterstützung hätte ich das aber nicht geschafft. Außerdem haben mir gute Freundinnen unter die Arme gegriffen, meine Flyer entworfen und die Inneneinrichtung gestaltet haben.

Was empfinden Sie als besonders positiv?

Donker: Die Freiheit, Entscheidungen treffen zu können. Ich kann meinen Unterricht so vorbereiten, wie ich es für richtig halte, und hierfür eigenes Material entwickeln. Ich kann beispielsweise auch selber entscheiden, ob ich Kundschaft annehme oder nicht. Ich sage auch schon mal zu den Eltern „Nein, tut mir leid, Sie passen nicht zu uns“, wenn das Kind vielleicht mit der Sprache überfordert ist. Viele Eltern pushen ihre Kinder, und jetzt kann ich auch mal stopp sagen. Das konnte ich früher nicht. Da konnte ich nur Empfehlungen aussprechen. Aber hier kann ich ganz klar nein sagen. Es ist für mich in dem Fall geschäftlich natürlich nicht sehr vorteilhaft. Aber ich schau dann auf das Kind.

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