Zukunftschancen durch Kooperationen

Der Rohstoff „Wissen“ ist das Pfund, mit dem Freiberufler wuchern können. Die immer weiter fortschreitendende Vervielfältigung von Wissen verlangt von den Freien Berufen allerdings, jederzeit auf der Höhe der Zeit zu sein und verschiedene Spezialkenntnisse aus einer Hand anzubieten. Das wird für Einzelkämpfer immer schwieriger. Daher arbeiten immer mehr Freiberufler mit Partnern zusammen, vor allem auch berufeübergreifend. Nicht jede Kooperation ist dabei erlaubt. Es gibt berufsrechtliche Vorschriften: Einige Freie Berufe (z. B. Rechtsanwälte) dürfen sich nur mit bestimmten Berufsangehörigen in einer Partnerschaftsgesellschaft zusammenschließen, zum Beispiel mit Steuerberatern und Wirtschaftsprüfern, nicht aber mit Unternehmensberatern.

Rechtsformen für Kooperationen

Je nachdem, welchen Zweck die Kooperation hat und wie weit sie gehen soll, bieten sich verschiedene rechtliche Formen dafür an.

Bürogemeinschaft oder Praxisgemeinschaft

Infrastruktur gemeinsam nutzen (z. B. Kopierer, Küche oder Labor) oder Mitarbeiter gemeinsam beschäftigen.

Virtuelle Kanzlei

Entsteht vielfach für eine zeitlich begrenzte Kooperationen, wobei die verbundenen Partner nicht selten ausschließlich über elektronische Medien kommunizieren. Rein virtuelle Unternehmen ohne Unterbau durch einen physischen Standort sind nicht zulässig, wenn das Berufsrecht dies untersagt (z.B. bei Rechtsanwälten).

Bietergemeinschaft/Arbeitsgemeinschaft

Für einen größeren Auftrag gemeinsam bewerben; wird der erwünschte Auftrag erteilt, wird aus der Bietergemeinschaft (BiGe) eine Arbeitsgemeinschaft (ARGE).

Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR)

Wenn mindestens zwei Personen zusammenarbeiten. Jeder Gesellschafter haftet bei Haftungsansprüchen an die Gesellschaft mit seinem gesamten Privatvermögen.

Partnerschaftsgesellschaft (PartG)

Für alle Freiberufler, die mit Partnern kooperieren und das Haftungsrisiko einschränken möchten: ist nur ein Partner oder sind nur einzelne Partner mit der Bearbeitung eines Auftrags befasst, haften nur sie für daraus entstandene berufliche Fehler.

Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH)

Für Freiberufler, die allein oder mit weiteren Gesellschaftern gründen wollen; die Haftung bei Haftungsansprüchen an die Gesellschaft ist auf das Gesellschaftsvermögen beschränkt.

Unternehmergesellschaft (haftungsbeschränkt) (UG)

„Kleine Schwester“ der GmbH; die Gründungsformalitäten sind durch das Musterprotokoll deutlich geringer, eine Gründung ist schon mit einem Euro Stammkapital möglich.

Ende