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„Die Vorteile waren die unkomplizierte Zusammenarbeit, die persönliche Betreuung und kurzen Entscheidungswege.“

Peter Lang
RK Medien GmbH & Co. KG
Foto: RK Medien GmbH & Co. KG

„Prinzipiell können sich Existenzgründer aus allen Branchen bei uns melden.“

Dr. Barbara Karch
Bayerische Beteiligungsgesellschaft BayBG GmbH
Foto: Bayerische Beteiligungsgesellschaft BayBG GmbH

„Die eigenkapitalähnlichen Einlagen durch die stille Beteiligung waren insbesondere für die Banken auch ganz wichtig.“

Joachim Oechsner
Fuhrmann Nutzfahrzeuge Service GmbH
Foto: Fuhrmann Nutzfahrzeuge Service GmbH

Branchenunabhängig: Mittelständische Beteiligungsgesellschaften

In fast jedem Bundesland gibt es Mittelständische Beteiligungsgesellschaften (MBG), die öffentlich geförderte Beteiligungen anbieten. Sie beteiligen sich an kleinen und mittelständischen Unternehmen. Viele von ihnen bieten auch Beteiligungsprogramme für Gründungsvorhaben an.

Auch wenn sich die Angebote der verschiedenen Mittelständischen Beteiligungsgesellschaften hinsichtlich des Beteiligungsanlasses (Wachstum, Nachfolge, Innovation, Existenzgründung und Turnaround) und der Beteiligungshöhe unterscheiden: Allen gemeinsam ist, dass sie stille Beteiligungen für Unternehmen fast jeder Branche anbieten. Die Konditionen sind dabei moderat, denn Mittelständische Beteiligungsgesellschaften können zugunsten ihrer Kunden auf öffentliche Hilfen zurückgreifen. Als Selbsthilfeeinrichtungen der mittelständischen Wirtschaft agieren sie an der Schnittstelle zwischen Staat und Wirtschaft und kommen so ihrem Förderauftrag nach. Zu ihren Gesellschaftern zählen Kammern, Verbände, Förderbanken und Kreditinstitute.

Spezielle Angebote für Gründungsvorhaben

Viele der Mittelständischen Beteiligungsgesellschaften bieten spezielle Programme für Gründerinnen und Gründer an. Die BayBG Bayerische Beteiligungsgesellschaft beteiligt sich zum Beispiel an Gründungsvorhaben im Handwerk, im Handel oder auch im Dienstleistungsbereich. Die Unterstützung verfolgt dabei vor allem zwei Ziele: Zum einen finanziert die Kapitalspritze Investitionen in Gebäude, Maschinen, Einrichtung, einen ersten Warenlagerbestand oder auch Betriebsmittel. Zum anderen wird durch die stille Beteiligung die Eigenkapitalbasis des zu gründenden Unternehmens gestärkt. Da Gründerinnen und Gründer in der Regel Eigenkapital benötigen, um ein Bank- oder Förderdarlehen zu beantragen, wirkt die stille Beteiligung wie eine Art Türöffner bei Banken oder Sparkassen.

So funktioniert die Beteiligung

Mittelständische Beteiligungsgesellschaften beteiligen sich als stille Gesellschafter, ohne dabei Anteile am Unternehmen zu erwerben. Die BayBG etwa steigt für die Dauer von zehn Jahren mit einem Betrag von 20.000 bis 250.000 Euro bei jungen Unternehmen ein, die ihren Sitz in Bayern haben. Sie nimmt keinen Einfluss auf die operative Geschäftsführung, also das Tagesgeschäft. Der Unternehmer bzw. die Unternehmerin behält die volle unternehmerische Entscheidungsfreiheit. Während der Laufzeit erhält die BayBG eine feste und eine gewinnabhängige Vergütung. Nach Beendigung der Laufzeit zahlt das Unternehmen die Beteiligungssumme an die Beteiligungsgesellschaft zurück.

Dabei fließt bei den Engagements der Mittelständischen Beteiligungsgesellschaften wie der BayBG nicht nur Geld. Sie unterstützen die Gründer und jungen Unternehmen außerdem mit Know-how, etwa bei der Ausarbeitung von Finanzierungsstrategien und durch die Nutzung des vorhandenen Netzwerks.

Tipp: Beteiligungen und Kreditkosten im VergleichWelche Kosten Bankkredite oder Beteiligungen mit sich bringen, können Betriebe mit einem neuen Rechner vergleichen. Der MBG-Vorhabensrechner von handwerk magazin und dem Verband Deutscher Bürgschaftsbanken (VDB) errechnet, wie sich Bankkredite oder Beteiligungen auf die Eigenkapitalquote auswirken.

Vergleichsrechner: Darlehen versus Beteiligung

rheinmain Wirtschaft: Mittelständische Beteiligungsgesellschaft Hessen

Quelle: rheinmaintv, Bad Homburg

Voraussetzung: überzeugender Businessplan

Um eine stille Beteiligung zu erhalten, sind keine dinglichen Sicherheiten erforderlich, umso wichtiger ist aber ein – selbstverständlich vom Gründer selbst erstellter – aussagekräftiger Businessplan, aus dem seine kaufmännischen und fachlichen Qualifikationen sowie die nachhaltigen Marktchancen der Geschäftsidee deutlich werden. Dabei treffen die Gründungsexperten der BayBG immer wieder auf typische Fehler: Häufig haben sich die Gründerinnen und Gründer nicht sorgfältig vorbereitet und ihren Businessplan ‚mit heißer Nadel gestrickt‘. Vielfach fehlt es auch an professioneller Unterstützung, vor allem wenn es um die Finanzierung, den Vertrieb oder den Standort geht. Doch gerade da müssen wichtige Weichen gestellt werden, so dass Berater oder Coaches frühzeitig einbezogen werden sollten, um Fehlentscheidungen zu vermeiden oder zu korrigieren.

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