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Für innovative, wachstumsstarke Start-ups: Business Angels

Business Angels sind (ehemalige) Unternehmerinnen, Unternehmer bzw. unternehmerisch denkende und handelnde Personen, die in der Frühphase in ein Unternehmen einsteigen, Kontakte zu Geschäftspartnern vermitteln und für betriebswirtschaftliche bzw. fachliche Fragen zur Verfügung stehen.

Business Angels beteiligen sich mit ihrem Kapital in der Frühphase von innovativen und wachstumsstarken Unternehmen. Dabei streben sie in der Regel Minderheitenbeteiligungen um die 30.000 Euro an. Im Durchschnitt liegt das jährliche Engagement eines Business Angel bei 50.000 bis 100.000 Euro. Größere Beträge können durch die Beteiligung mehrerer Business Angels oder in Kooperation mit Venture Capital Gesellschaften finanziert werden. Verlässt der Business Angel nach durchschnittlich vier bis sieben Jahren das Unternehmen, wird er durch den Verkauf seiner Unternehmensanteile seine Beteiligung optimalerweise durch eine attraktive Rendite "versilbern". Vorausgesetzt: Das Unternehmen hat sich entsprechend erfolgreich entwickelt.

Anlaufstelle für Gründer: Business-Angels-Netzwerke

Business Angels sind häufig in Netzwerken organisiert, die zum Teil bundesweit, zum Teil regional arbeiten. Wer sich an eines oder mehrere der etwa vierzig Netzwerke wendet, die im Dachverband des Business Angels Netzwerks Deutschland (BAND) organisiert sind, durchläuft zunächst ein so genanntes Screening. Dabei wird die Geschäftsidee genau durchleuchtet. Entscheidend ist: Sie muss innovativ sein und über ein überdurchschnittliches Wachstumspotenzial verfügen. Ist das Ergebnis des Screenings erfolgreich, organisieren die Netzwerkbetreiber ein Matching, bei dem die Gründerinnen und Gründer ihr Vorhaben ausgewählten Business Angels präsentieren.

Dreh- und Angelpunkt bei den Verhandlungsgesprächen ist die Feststellung des Unternehmenswertes, an dem sich der Business Angel beteiligt. Externe Sachverständige wie Wirtschaftsprüfer, Rechtsanwälte oder Steuerberater bieten hier Unterstützung an. Auch bei der Ausgestaltung des Beteiligungsvertrags sollten spezialisierte Rechtsanwälte hinzugezogen werden, um alle Meilensteine festzulegen. Wann wird z.B. die erste Tranche der vereinbarten Beteiligungssumme ausgezahlt? Sobald das Patent angemeldet ist? Wann wird die zweite Tranche überwiesen? Wenn der erste Auftrag vorliegt? Usw.

Ist die Präsentation erfolgreich, sollte das Gründungsteam in den anschließenden Gesprächen mit dem Business Angel klären, ob er oder sie

  • in der Lage ist, bei Bedarf Geld nachzuschießen, um außerplanmäßige finanzielle Engpässe zu überbrücken.
  • bereits Erfahrungen mit Beteiligungen an jungen Unternehmen gesammelt hat.

Branchenfavoriten im ersten Quartal 2013

Laut dem Business-Angel Panel aus dem 1. Quartal 2013 hatten zuletzt Gründerinnen und Gründer aus dem Energie- und Umwelttechnikbereich gute Chancen, eine Unterstützung durch Business Angels zu erhalten. Gefolgt von Medizintechnikern und Anbietern von Web-Services bzw. E-Business-Lösungen. Gute Chancen hatten auch Gründerinnen und Gründer im Bereich der Werkstofftechnik („Neue Materialien“).

Quelle: Business Angels Panel; VDI nachrichten, 18/13, Dipl. Des. S. Freudenreich

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