Für wachstums- und renditestarke Start-ups: Venture Capital

Private Venture-Capital-Gesellschaften beteiligen sich in der Regel an schnell wachsenden und renditestarken Gründungsvorhaben im Hightech- oder Lifescience-Bereich.

Venture-Capital- oder auch Wagniskapitalgesellschaften werden von Pensionsfonds und Versicherungen finanziert. Sie beteiligen sich an wachstumsstarken Unternehmen mit dem Ziel, nach frühestens vier bis sieben Jahren mit einer hohen Rendite wieder aus dem Unternehmen auszusteigen. Die Beteiligungssummen können bei bis zu 30 Millionen Euro und mehr liegen.

Die Beteiligung erfolgt entweder über eine stille, meistens jedoch über eine offene Beteiligung oder in einer Kombination aus beidem. Der stille Gesellschafter leistet eine Einlage in das Unternehmensvermögen, erwirbt aber keine Anteile. Er tritt nach außen hin nicht in Erscheinung. Die Geschäftsleitung bleibt in der Hand der Gründer. Bei einer offenen Beteiligung wird der Investor auch nach außen hin erkennbarer Gesellschafter oder Aktionär an dem Start-up und erhält damit neben einer Gewinnbeteiligung auch Mitsprache- und Informationsrechte. Deren Umfang wird im Gesellschaftsvertrag vereinbart.

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Voraussetzungen für Gründer

Venture-Capital-Gesellschaften erwarten von kapitalsuchenden Start-ups einen ausgefeilten Businessplan, ein überzeugendes Geschäftsmodell und ein qualifiziertes Gründungsteam. Gründerinnen und Gründer sollten sich darüber bewusst sein, dass es vor allem darauf ankommt, das Wachstumspotenzial des Unternehmens deutlich zu machen. Dazu rät Ulrike Hinrichs, Geschäftsführerin des Bundesverbands Deutscher Kapitalbeteiligungsgesellschaften e.V. (BVK): „Gründerinnen und Gründer sollten dieses Potenzial überzeugend darlegen können. Die Idee muss nicht nur ausgereift sein: Die Perspektiven sollten ebenso dargestellt werden wie die Technologie, das Produkt, das Management, der Markt und die Wettbewerbssituation. Zudem ist für den Venture-Capital-Geber wichtig zu wissen, wofür das Kapital konkret benötigt wird.“

Bevorzugte Branchen

Nach den Erfahrungen des BVK investieren Venture-Capital-Gesellschaften vor allem in Start-ups der Informations- und Kommunikationstechnologien wie Internet, Software, Gaming und E-Commerce. Interessant ist auch der Lifescience-Bereich mit Gründungsvorhaben im Bereich der Biotechnologie, der Medizintechnik und der Gesundheitsdienstleistungen. Eine weitere Branche, die in den letzten Jahren an Aufmerksamkeit gewonnen hat, ist die Cleantech-Industrie, die im Wesentlichen die erneuerbare Energien, Energieeffizienz und sonstige Umwelttechnologien abdeckt.

Sprungbrett zur Venture-Capital-Finanzierung: Der High-Tech Gründerfonds

Der überwiegend öffentlich geförderte High-Tech Gründerfonds ist speziell auf die Frühphasenfinanzierung innovativer Unternehmen ausgerichtet, die damit ihr Forschungs- und Entwicklungsvorhaben über die Bereitstellung eines Prototypen bzw. eines „proof of concepts“ bis hin zur Markteinführung weiterentwickeln können. Neben dem Startkapital erhält das Gründungsteam ein begleitendes Coaching. Ähnliches bieten auch Programme auf Landesebene, wie zum Beispiel Bayern Kapital, Seedfonds BW (Baden-Württemberg) oder die Seed.Fonds.Initiative der NRW.BANK. Der Vorteil dieser Programme besteht nicht nur in der Kapitalbeteiligung und der Betreuung: Junge Unternehmen erhalten damit auch gute Chancen für eine Anschlussfinanzierung durch einen Venture-Capital-Geber.

Venture Capital-Investitionen nach Branchen (2012)

Landwirtschaft

0,1

1,0

Unternehmens-/Industrieerzeugnisse

35,9

80,0

Unternehmens-/Industriedienstleistungen

13,8

66,0

Chemie/Werkstoffe

9,2

23,0

Kommunikationstechnologie

142,5

118,0

Computer/Unterhaltungselektronik

100,7

141,0

Bauwesen

0,3

6,0

Konsumgüter/Handel

42,6

60,0

Verbraucherdienstleistungen

12,1

31,0

Energie/Umwelt

48,7

41,0

Finanzdienstleistungen

2,6

3,0

Life Sciences

106,6

168,0

Immobilien

0,0

0,0

Transportwesen

4,7

5,0

Unbekannt

1,4

5,0

  • 0
  • 25
  • 50
  • 75
  • 100
  • 125
  • 150
  • 175
  • 200
  • Mio. Euro
  • Unternehmen

Gesamtinvestitionen in Mio. Euro: 520,9
Gesamtinvestitionen Unternehmen:
748

Quelle: Bundesverband Deutscher Kapitalbeteiligungsgesellschaften e.V. (BVK)

So nehmen Sie Kontakt zu Venture-Capital-Gesellschaften auf

Voraussetzung für eine erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen Gründungsteam und Venture-Capital-Gesellschaft ist die Bereitschaft, eine echte Partnerschaft einzugehen.

  • Verschicken Sie keine unpersönlichen Rundschreiben, sondern wählen Sie diejenigen Kapitalgeber aus, die für Ihr Unternehmen in Betracht kommen.
  • Nehmen Sie telefonisch oder schriftlich Kontakt auf und stellen Sie Ihr Vorhaben kurz und prägnant vor, um zu klären, ob seitens der Venture-Capital-Gesellschaft grundsätzliches Interesse besteht.
  • Venture-Capital-Gesellschaften erwarten einen fundierten Businessplan sowie den Nachweis eines Marktes für das Produkt bzw. die Dienstleistung.
  • Je nach Vorhaben ist die Präsentation eines Prototypen empfehlenswert.
  • Starten Sie die Kontaktaufnahme nicht unvorbereitet, damit Sie nicht unprofessionell wirken und Ihre unternehmerische Qualifikation und die Erfolgsaussichten Ihres Unternehmens nicht zu „bescheiden“ erscheinen.
  • Venture-Capital-Gesellschaften sind keine „Notärzte“, sondern professionelle Kapital- und Know-how-Geber. Ermitteln Sie den Eigenmittelbedarf Ihres Vorhabens rechtzeitig und verstehen Sie die Aufnahme eines externen Kapitalpartners nicht als Rettung aus der Not.

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