Bezahlverfahren für Online-Shops

Viele Kunden lassen ihren Warenkorb an der virtuellen Kasse stehen und brechen den Einkauf ab.

Der Grund hierfür ist: Sie finden nicht das von ihnen bevorzugte Bezahlverfahren. Wer einen Online-Shop eröffnen möchte, sollte sich daher gut überlegen, welche(s) Bezahlverfahren er anbietet.

Wenn es ums Geld geht, möchten Kunden und Händler gleichermaßen auf Nummer sicher gehen. Kunden zahlen daher am liebsten erst nach Erhalt der Ware. Händler bevorzugen dagegen Vorkasse, die bei Kunden besonders unbeliebt ist. Was also tun? „Jeder angehende Online-Händler muss bei der Wahl des Bezahlverfahrens zwischen Kosten, Risiken und Kundenakzeptanz abwägen. Wobei letzteres entscheidend ist“, so Holger Seidenschwarz vom eBusiness-Lotsen Ostbayern beim Competence Center E-Business von ibi research, einem An-Institut der Universität Regensburg. ibi research kommt in einer Untersuchung zu dem Ergebnis, dass knapp neun von zehn potenziellen Kunden den Kaufvorgang abbrechen, wenn ausschließlich Vorkasse als Bezahlsystem angeboten wird. Und selbst wenn kein alternativer Anbieter verfügbar ist, verlassen immer noch mehr als die Hälfte den Shop. 

Bevorzugte Zahlverfahren

Häufigkeit, mit der die folgenden Zahlungsverfahren genutzt würden, wenn sie alle vom Händler angeboten werden.
Quelle: Stefan Weinfurtner, Dr. Georg Wittmann, Dr. Ernst Stahl, Michael Wittmann, Sabine Pur: Erfolgsfaktor Payment – Der Einfluss der Zahlungsverfahren auf Ihren Umsatz. 2. Auflage, Regensburg 2013

Auch wenn statistisch die meisten Kunden die Zahlung per Rechnung bevorzugen, lohnt sich bei der Auswahl des Bezahlsystems ein Blick auf Geschlecht, Alter und Einkommen der Käufer. So stellt die Untersuchung von ibi research weiter fest, dass mehr Männer als Frauen Kreditkarte oder PayPal bevorzugen. Auch gut verdienende Männer und Frauen bezahlen eher per Kreditkarte, Personen mit niedrigerem Einkommen dagegen eher gegen Rechnung. Das gilt auch für Kunden, die noch wenig Erfahrung mit Online-Einkäufen haben. Die Bezahlung per Rechnung ist auch bei Kunden über 55 Jahren beliebt. Bei den 26-55-Jährigen ist dagegen eher die Zahlung per Kreditkarte gefragt. Kunden bis 25 Jahren bevorzugen SOFORT Überweisung und PayPal geht bei allen Altersgruppen. Und: „Wer mit Kunden aus dem Ausland ins Geschäft kommen möchte, muss in jedem Fall Zahlungen per Kreditkarte oder PayPal ermöglichen“, ergänzt Dr. Ernst Stahl, ebenfalls vom eBusiness-Lotsen Ostbayern.

Tipp

Rat und Tat

Die regionalen eBusiness-Lotsen Deutschland des eKompetenz-Netzwerks für Unternehmen bieten kostenfreie Informationsgespräche und Veranstaltungen zu Bezahlsystemen für Onlineshops an.
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SEPA kommt:
Checkliste

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Zum 1. Februar 2014 wird der bargeldlose Zahlungsverkehr in Europa vereinheitlicht sein. Dann gelten in 32 Ländern die Regeln der „Single Euro Payments Area“, kurz SEPA. Unternehmen müssen bis dahin technische Umstellungen vornehmen. Der eBusiness-Lotse Ostbayern bietet dazu eine Checkliste (pdf, 2.7 MB) an.

 

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