Existenzgründung

BMWi-Expertenforum

Als Existenzgründerin und Existenzgründer hat man täglich mit neuen Fragen zu tun. Hilfestellung und Orientierung bietet hier das BMWi-Expertenforum.

Die Expertinnen und Experten des BMWi-Expertenforums beantworten Ihre Frage und weisen Ihnen den weiteren Gründungsweg. In unserem eMagazin stellen wir Ihnen jeweils einen der über 40 Experten vor.

Ludger van Holt (Bildrechte: Pudell & Partner)

StB Ludger van Holt ist Partner der Sozietät Pudell & Partner in Duisburg. Nach Ausbildung, Studium und mehrjähriger Tätigkeit in der Finanzverwaltung ist er seit nunmehr ca. 15 Jahren selbständiger Steuerberater. Er ist auf die Bereiche Existenzgründung, Mittelstand und Gemeinnützigkeit spezialisiert und ist als Referent bei Kammern und Verbänden tätig.

Im BMWi-Expertenforum beantwortet er Fragen zur:
- Einkommen- und Lohnsteuer
- Körperschaftsteuer
- Gewerbesteuer
- Umsatzsteuer
- Erbschaft- und Schenkungsteuer
- FIBU und Jahresabschluss
- Unternehmensbewertung
- Gewerbesteuer

Wir stellen Ihnen hier einige Fragen vor, die Herrn van Holt im BMWi-Expertenforum beantwortet hat. Weitere bereits beantwortete Fragen finden Sie in der Rubrik „Steuern“ des BMWi-Expertenforums. Dort haben Sie auch die Möglichkeit, Ihre Frage an Herr van Holt oder an einen der anderen Experten zu stellen.

Hinweis: Bitte beachten Sie, dass dieses Angebot kein Ersatz für eine individuelle Steuerberatung ist. Die Antworten der Experten bieten Ihnen lediglich eine erste Orientierung, keine Beratung. Für Richtigkeit und Vollständigkeit der Antworten übernimmt das BMWi keine Verantwortung.

 

FrageDerzeit habe ich nur ein Kleingewerbe angemeldet, möchte aber ein richtiges Gewerbe anmelden. Ich bin Kauffrau und bin auch angestellt und möchte einen Internethandel mit verschiedenen Produkten anbieten. Bin ich daher zur doppelten Buchhaltung verpflichtet? Auch wenn es sich noch um wenig Umsatz bzw. Gewinn handelt?


Antwort

Auch als Einzelkauffrau sind Sie nach dem Bilanzrechtsmodernisierungsgesetz auch handelsrechtlich nicht zur Führung von Büchern verpflichtet, wenn Ihr Umsatz nicht mehr als 500.000 Euro und der Gewinn nicht mehr als 50.000 Euro beträgt.

Sie müssen lediglich eine sogenannte Einnahme-Überschuss-Rechnung führen.

Quelle: Dipl.-Finanzwirt Ludger van Holt
- Steuerberater -
Pudell und Partner
Steuerberaterkammer Düsseldorf

August 2013

nach oben

FrageIch bin bisher hauptberuflich selbständig mit einem Institut für Unterricht, welches von der Umsatzsteuer befreit ist. Nun möchte ich zusätzlich dazu ein Nebengewerbe betreiben, welches mit dem Unterricht nichts zu tun hat. Der Jahresumsatz des neuen Gewerbes dürfte zunächst weit unter 10.000 Euro liegen. Kann ich für dieses Nebengewerbe die Kleinunternehmerregelung in Anspruch nehmen, so dass keine Umsatzsteuerpflicht besteht?


Antwort

Im Ergebnis bleiben Ihre bisherigen Umsätze umsatzsteuer- und gewerbesteuerfrei und die neuen Umsätze unterliegen der sogenannten Kleinunternehmerregelung solange diese im Vorjahr kleiner als 17.500 Euro und im laufenden Jahr voraussichtlich geringer als 500.000 Euro sind.

Umsatzsteuerlich gibt es nur ein Unternehmen und alle Umsätze werden insgesamt betrachtet. Bei der Prüfung der Kleinunternehmergrenze bleiben Ihre steuerfreien Umsätze aber außen vor, so dass Sie die Grenzen nur mit den steuerpflichtigen Umsätzen prüfen müssen.

Quelle: Dipl.-Finanzwirt Ludger van Holt
- Steuerberater -
Pudell und Partner
Steuerberaterkammer Düsseldorf

Februar 2013

nach oben

FrageIch bin Student und überlege zurzeit ein Kleingewerbe anzumelden. Es handelt sich dabei um eine Dienstleistung. Kurz: Ich kaufe ein Produkt im Laden und liefere es zu einem Kunden. Hierbei fallen für mich nur vorübergehende Kosten beim Kauf der Produkte an, die bei Anlieferung jedoch wieder eingenommen werden. Gewinn durch "Weitergabe" des Produktes wird nicht gemacht, lediglich die Dienstleistung wird bezahlt. Falls ich die Kleinunternehmerregelung bezüglich der Umsatzsteuer in Anspruch nehme, muss diese ja nicht abgeführt und somit auch auf keiner Rechnung ausgewiesen werden. Auf der Rechnung würde meines Wissens dann nur der vom Kunden monatlich zu entrichtender Betrag für die Dienstleistung (Einkauf & Lieferung) aufgeführt sein. Mir stellt sich jetzt die Frage, inwiefern ich den eingekauften Produkten in meiner Buchführung Beachtung schenken muss.


Antwort

Die Lösung des Problems heißt "Durchlaufender Posten". Wenn Sie die Waren für Namen und für Rechnung des Kunden (wie bei Tankstellen) einkaufen und weiterreichen, geht das nicht in die Bemessungsgrundlage der Umsatzsteuer ein. Den genauen organisatorischen Weg sollten Sie mit einem Kollegen besprechen - da kann man im Detail Fehler machen.

Quelle: Dipl.-Finanzwirt Ludger van Holt
- Steuerberater -
Pudell und Partner
Steuerberaterkammer Düsseldorf

April 2013

nach oben