Intro

Unternehmerluft schnuppern ohne großes finanzielles Risiko? Selbständig sein und trotzdem den Beruf nicht aufgeben müssen? Eine pfiffige Geschäftsidee neben Studium oder Familie realisieren? Nebenberufliche Gründungen machen es möglich. Häufig dienen sie als Testphase für eine spätere Vollzeitselbständigkeit. 

Trotz allgemein sinkender Gründungszahlen: Die Zahl der nebenberuflichen Gründerinnen und Gründer bleibt stabil. Und: Die meisten Teilzeitunternehmer sind mit ihrem Schritt in die Selbständigkeit zufrieden. Sie würden sich sogar wieder selbständig machen, wenn sie sich nochmals entscheiden müssten. So lautet das Ergebnis der aktuellen Studie des Bundeswirtschaftsministeriums (BMWi)  den „Beweggründen und Erfolgsfaktoren bei Gründungen im Nebenerwerb“, bei der 1.200 Gründerinnen und Gründer befragt wurden.

Allein im letzten Jahr haben fast 60 Prozent aller Gründerinnen und Gründer laut KfW-Gründungsmonitor ein Unternehmen im Nebenerwerb auf die Beine gestellt. Zu ihnen gehören:

  • Angestellte oder Beamte, die "nach Feierabend" ihre Geschäftsidee realisieren (Nebenerwerbsgründungen)
  • Erziehende, denen ein Teilzeitunternehmen Zeit für die Betreuung der Familie lässt
  • Studierende, die neben ihrem Studium ein Start-up betreiben
  • Arbeitslose, die während des Bezugs von Arbeitslosengeld den Grundstein für eine künftige selbständige Erwerbstätigkeit legen
  • Rentnerinnen und Rentner, die sich zu ihrer Altersrente etwas hinzuverdienen

Ihre Geschäftsideen entwickeln die Gründerinnen und Gründer meist aus ihren Hobbys oder ihrer Haupterwerbstätigkeit. Viele bringen Branchenerfahrungen mit: ein Pluspunkt für jede Unternehmensgründung.

Quelle: KfW-Gründungsmonitor 2013

Die Vorteile:

Geringes finanzielles RisikoWer „klein“ anfängt, kann dies meist aus der eigenen Tasche finanzieren und ist unabhängig von Banken. Die laufenden Kosten, die das Unternehmen verursacht, sind in der Regel gering. Bei Nebenerwerbsgründerinnen und -gründern kommt hinzu, dass sie durch ihre hauptberufliche Tätigkeit finanziell abgesichert sind.
Geschäftsidee testen
Mit einem Teilzeitunternehmen lässt sich ausprobieren, ob die Geschäftsidee tatsächlich „trägt“ und ob „mehr drin ist“. Außerdem lässt sich festellen, ob man überhaupt für die berufliche Selbständigkeit geeignet ist. Nicht selten bilden Teilzeitunternehmen die Vorstufe für ein späteres Vollzeitunternehmen.
Zeit für weitere Aufgaben
Teilzeitunternehmen bieten die Möglichkeit, eigene Ideen umzusetzen, ein Zusatzeinkommen zu erwirtschaften und trotzdem Zeit für andere Aufgaben zu haben.

ZusatzeinkommenWer nebenberuflich unternehmerisch tätig ist, bessert damit sein Gehalt, BAföG oder andere Einkommen auf.

Bunte BranchenvielfaltBesonders häufig sind nebenberufliche Gründerinnen und Gründer in unternehmensnahen Dienstleistungen „unterwegs“, stellt die BMWi-Studie fest.
Dazu zählen insbesondere Unternehmensberater oder Werbeagenturen. Beliebt sind  Teilzeitunternehmen auch bei Selbständigen in den unterrichtenden Berufen im Kultur- und Medienbereich und im Bereich der Informationstechnologien (IT). Fast die Hälfte der befragten Gründerinnen und Gründer können sich übrigens vorstellen, ihr Teilzeitunternehmen später einmal in ein Vollzeitunternehmen umzuwandeln. Ein weiteres Viertel hat bereits konkrete Maßnahmen für den Wechsel in Angriff genommen.

Bevorzugte Branchen von Teilzeitgründern

Unternehmensnahe Dienstleistungen

29,8 %

Unterricht, Kultur und Medien

15,4 %

IT-Dienstleistungen

12,4 %

Handel

10,9 %

Gesundheit und Pflege

8,7 %

Gastronomie/Hotellerie und Tourismus

4,6 %

Land- und Forstwirtschaft

3,0 %

Verarbeitendes Gewerbe/Handwerk

3,0 %

Konsum-/haushaltsnahe Dienstleistungen

2,0 %

Bau- und Ausbaugewerbe

1,7 %

Finanzdienstleistungen

1,7 %

Sonstige*

6,7 %

  • 0 %
  • 5 %
  • 10 %
  • 15 %
  • 20 %
  • 25 %
  • 30 %
  • 35 %

*Zusammenfassung weiterer Wirtschaftsbereiche

Quelle: BMWi (Hrsg.): Beweggründe und Erfolgsfaktoren bei Gründungen im Nebenerwerb. Institut für Mittelstandsökonomie an der Universität Trier e.V. in Kooperation mit Universität Trier,  2013.

Ende