Nicht vergessen: persönliche Absicherung

Eine Teilzeitgründung kann sich auf die Beiträge an die Kranken-, Unfall- und Rentenversicherung auswirken.

Kontaktieren Sie Ihre gesetzliche Krankenkasse. Sie prüft, welchen wirtschaftlichen Stellenwert die zukünftige Selbständigkeit im Vergleich zu Ihren anderen Tätigkeiten einnimmt. Ausschlaggebend sind dabei der zeitliche Aufwand für die selbständige Tätigkeit sowie die monatlichen Einnahmen. Je nachdem wird die Höhe der Krankenversicherungsbeiträge entsprechend angepasst. Um womöglich Nachzahlungen zu vermeiden, sollten Sie Ihre Krankenkasse frühzeitig über Ihre Gründungspläne und auch später über Ihre Einkommensentwicklung informieren. 

Rentenversicherung

Auch die Höhe der Rentenversicherungsbeiträge kann sich durch Ihre berufliche Selbständigkeit ändern. Vor allem dann, wenn Sie zu den Berufsgruppen gehören, die bei Aufnahme einer selbständigen Tätigkeit verpflichtet sind, sich über die gesetzliche Rentenversicherung abzusichern. Hierzu zählen zum Beispiel Lehrer, Künstler oder auch Handwerker. Eine Auflistung versicherungspflichtiger Selbständiger finden Sie im Sozialgesetzbuch VI. Wenn Sie mit Ihrer beruflichen Selbständigkeit weniger als 450 Euro monatlich verdienen, entfällt die Pflichtversicherung. Wenn Sie innerhalb eines Kalenderjahres nicht mehr als zwei Monate oder 50 Arbeitstage selbständig tätig sind, sind Sie ebenfalls versicherungsfrei – unabhängig vom Einkommen.

Wer eine Regelaltersrente bezieht, kann ohne Einschränkung als Selbständiger hinzuverdienen. Wer eine Rente wegen voller Erwerbsminderung, eine Altersrente vor Erreichen der Regelaltersgrenze oder der Knappschaftsausgleichsleistung (KAL) bezieht, darf monatlich nicht mehr als 450 Euro brutto hinzuverdienen. Bei Überschreiten dieser Hinzuverdienstgrenze kann eine Rente wegen voller Erwerbsminderung oder Altersrente nur noch als Teilrente gezahlt werden. Der Bezug der KAL als Teilrente ist ausgeschlossen.

Familienversicherung

Nicht selten machen sich Studierende oder Mütter und Väter, die ihre Kinder zu Hause betreuen, mit einem Kleinstunternehmen beruflich selbständig. Als Familienversicherte zahlen sie keine Beiträge an die gesetzliche Krankenversicherung. Dies kann unter bestimmten Voraussetzungen auch so bleiben, wenn,

  • Sie ihre selbständige Tätigkeit nicht hauptberuflich ausüben. Nehmen Sie dazu Kontakt mit Ihrer Krankenkasse auf, um zu vermeiden, dass Ihre Familienversicherung womöglich rückwirkend zu einem späteren Zeitpunkt beendet wird.
  • die regelmäßigen monatlichen Einnahmen nicht höher als monatlich 395 Euro (Stand: 2014) sind. (Die Einnahmen berechnen sich bei der selbständigen Tätigkeit nach dem Einkommensteuerrecht.)

Für "Unternehmer"-Studenten, die mehr als regelmäßig monatlich 395 Euro (BAföG zählt nicht zum Gesamteinkommen) verdienen, endet die beitragsfreie Familienversicherung. Sofern sie ihre selbständige Tätigkeit nicht hauptberuflich ausüben, werden sie dann als Student krankenversicherungspflichtig.

Vorsicht: Scheinselbständigkeit

Scheinselbständige sind Erwerbstätige, die zwar den Status eines selbständigen Unternehmers beanspruchen, deren Tätigkeit, aber der eines Arbeitnehmers entspricht. Eine tatsächlich selbständige Tätigkeit ist gekennzeichnet durch: ein eigenes Unternehmerrisiko, die freie Verfügbarkeit über die eigene Arbeitskraft, die freie Gestaltung der Tätigkeit und Arbeitszeit und in der Regel mehrere Auftraggeber.

Ob Sie scheinselbständig oder tatsächlich selbständig sind, interessiert in erster Linie die Sozialversicherung. Denn: Scheinselbständige sind sozialversicherungspflichtig. Im Zweifelsfall sollten Sie daher frühzeitig ein Statusfeststellungsverfahren durch die Deutsche Rentenversicherung Bund durchführen lassen.

Unfallversicherung

Ganz gleich, wie groß das Unternehmen ist: Wenn Sie sich selbständig machen, müssen Sie dies binnen einer Woche bei der zuständigen Berufsgenossenschaft – der gesetzlichen Unfallversicherung - melden. Auch dann, wenn Sie keine Mitarbeiter beschäftigen und damit womöglich nicht versicherungspflichtig in der Gesetzlichen Unfallversicherung sind. Eine freiwillige Versicherung bei der Berufsgenossenschaft kann aber sinnvoll sein, um sich gegen die Folgen von Arbeitsunfällen und Berufskrankheiten zu versichern.

Elternzeit

Das Bundeselterngeld- und Elternzeitgesetz bietet die Möglichkeit, während der Elternzeit, bis zu 30 Wochenstunden als Angestellte oder Selbständige erwerbstätig zu sein.

Weitere Informationen

  • Bundesministerium der Justiz
    Gesetze im Internet
    Versicherungspflicht für Selbständig Tätige
    § 2 Sozialgesetzbuch VI
    www.gesetze-im-internet.de
  • Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung
    Infoline der Gesetzlichen Unfallversicherung
    Tel.: 0800 6050404 (kostenfrei)
    Montag bis Freitag 8:00 bis 18:00 Uhr
    www.dguv.de
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