Vom Teilzeit- zum Vollzeitunternehmen

Ihr Teilzeitunternehmen ist erfolgreich? Warum dann nicht voll durchstarten?

Eigentlich kann der Wechsel vom Teilzeit- zum Vollzeitunternehmen ganz reibungslos über die Bühne gehen: Ihre Selbständigkeit haben Sie bereits angemeldet, Kunden und Lieferanten sind vorhanden, und Ihren unternehmerischen Testlauf haben Sie bestanden – sonst wäre Ihr Unternehmen nicht erfolgreich.

Konzept und Geschäftsidee prüfen

Nur: Bevor Sie tatsächlich durchstarten und womöglich Ihre Tätigkeit als Angestellter aufgeben, lohnt es sich, sicherheitshalber einen Blick in Ihren Businessplan zu werfen. Alex Wolf von der Industrie- und Handelskammer Rhein-Neckar: „Das Konzept muss noch einmal kritisch dahingehend betrachtet werden, ob es überhaupt für eine Vollerwerbsselbständigkeit geeignet ist. Was im Kleinen funktioniert, funktioniert schließlich nicht automatisch im Großen. Die Frage ist daher, ob sich die Idee auf ein breiteres Fundament stellen lässt, um damit mehr Einnahmen zu erzielen.“ Wer im Übrigen bisher „freischwebend“ ohne Plan nebenberuflich tätig war, sollte sich spätestens jetzt die Zeit nehmen und alle weiteren unternehmerischen Schritte zu Papier bringen.  

Video der Global Entrepreneurship Week, Stand: 2011

Auf die Kosten achten

Beim Wechsel von der Nebenerwerbs- in die Vollerwerbsselbständigkeit spielen vor allem die Kosten eine entscheidende Rolle. Hier kann es zu einem enormen Anstieg kommen, sagt Jan-Oke Schöndlinger von der Industrie- und Handelskammer Limburg: „Möglicherweise müssen neue Mitarbeiter hinzugeholt oder Räume angemietet werden.“ Was vielfach unterschätzt oder gar nicht berücksichtigt wird, sind die steigenden Kosten für die persönliche Absicherung, so Schöndlinger: „Eine Hausfrau zum Beispiel, die ein gut laufendes kleines Geschäft hat  und sich und ihre Kinder bisher über die Familienversicherung abgesichert hat, muss sich vor dem Wechsel in die Vollzeitselbständigkeit fragen, wie sich die steigenden Einnahmen auf die Versicherung und die Beitragshöhe auswirken werden. Sollte sie sich jetzt privat versichern? Und wie sieht es mit den Kindern aus? Die Beiträge für die persönliche Absicherung nehmen in jedem Fall zu, das muss man vorab einkalkulieren.“

Wichtig ist auch, Geld auf der hohen Kante zu haben, um finanzielle Durststrecken zu überbrücken. „Als Angestellter hat man ein festes Einkommen und kann daher einen Umsatzrückgang bei der nebenberuflichen Selbständigkeit leicht ausgleichen. Aber wenn man als Vollzeit-Unternehmer keine andere Einkommensquelle mehr hat, muss man in der Lage sein, solche Löcher zu stopfen“, so Jan-Oke Schöndlinger.

Beratung

Bei der Bearbeitung des Businessplans erhalten Sie Unterstützung von den Beratern der Industrie- und Handelskammern, der Handwerkskammern und der Gründungsinitiativen vor Ort.

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