Altersvorsorge: Wie geht’s weiter?

Wer bisher als Arbeitnehmer Rentenansprüche erworben hat, kann auch als Selbständiger in der gesetzlichen Rentenversicherung bleiben: entweder als freiwilliges Mitglied oder über eine Versicherungspflicht auf Antrag. Die wichtigsten Unterschiede sind: Einmal versichert, immer versichert - eine Versicherungspflicht auf Antrag kann für die Dauer der Selbständigkeit nicht mehr gekündigt werden. Und: Die Beiträge sind meist höher als bei der freiwilligen Mitgliedschaft. Es gibt aber auch einen entscheidenden Vorteil, so Nico Höxbroe von der Deutsche Rentenversicherung Bund: „Mit der Versicherungspflicht hat der Versicherte auch Anspruch auf eine Erwerbsminderungsrente. Für den Fall, dass er aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr oder nur begrenzt arbeiten kann, kann er darüber finanzielle Einbußen abfedern.“

Sollten Sie bereits viele Jahre Rentenbeiträge eingezahlt haben, könnte allerdings auch die weitere freiwillige Mitgliedschaft in der gesetzlichen Rentenversicherung empfehlenswert sein. „Damit kann ein gegebenenfalls schon bestehender Versicherungsschutz auf eine Erwerbsminderungsrente aufrechterhalten werden. Voraussetzung ist: Sie müssen am 1. Januar 1984 bereits fünf Jahre in die Rentenversicherung einbezahlt haben und seitdem jeden Monat mit einer rentenrechtlichen Zeit belegt haben. Dazu zählen zum Beispiel eine Berufstätigkeit, ein Studium oder eine andere Ausbildung“, so Höxbroe. Falls noch nicht geschehen, sollten Sie einen Kontoklärungsantrag stellen, um die Voraussetzungen zu klären.

Beratung nutzen

Lassen Sie sich in jedem Fall von einer Auskunfts- und Beratungsstelle der Rentenversicherung beraten, und zwar frühzeitig. Zum einen, weil die freiwillige Mitgliedschaft in der gesetzlichen Rentenversicherung im ersten Jahr der Selbständigkeit bzw. spätestens bis zum 31. März des Folgejahres beantragt werden muss. Zum anderen kann die Liquidität Ihres jungen Unternehmens durch mögliche Beitragsnachzahlungen erheblich belastet werden.

Für den Fall, dass Sie sich nicht mehr gesetzlich rentenversichern möchten, denken Sie daran, neben einer privaten Altersvorsorge auch eine private Berufsunfähigkeitsrente abzuschließen. Hierzu beraten beispielsweise die Verbraucherzentralen.

Die Rente ist sicher: Pfändungsschutz

Wer als Unternehmerin oder Unternehmer keinen Erfolg hat und offene Rechnungen nicht mehr begleichen kann, dem droht die Pfändung. Aber: Die Altersvorsorge ist per Gesetz vor der Pfändung geschützt, wenn dies rechtzeitig mit dem Anbieter vereinbart wurde, also vor Eintritt des Pfändungsverfahrens. Das betrifft Altersvorsorgeverträge, insbesondere Lebensversicherungen und private Rentenversicherungen, aber auch Fonds- und Banksparpläne (siehe § 851c Abs. 1 Zivilprozessordung ZPO).

In den Pfändungsschutz werden auch die Renten aus steuerlich geförderten Altersvorsorgevermögen einbezogen (z. B. die „Rürup-Rente“). GmbH-Geschäftsführer, die in der gesetzlichen Rentenversicherung versichert sind, genießen für ihre private ergänzende Altersvorsorge ebenfalls Pfändungsschutz. Voraussetzung ist in jedem Fall, dass das angesparte Kapital unwiderruflich für den Zweck der Altersvorsorge eingezahlt worden ist. Geschützt ist dabei nur ein Kapitalstock, aus dem mit Vollendung des 65. Lebensjahrs eine Rente erwirtschaftet werden kann, die in etwa der Pfändungsfreigrenze entspricht. Die Staffelbeträge, die jährlich unpfändbar angelegt werden können, reichen von 2.000 Euro bei einem 18-Jährigen bis zu 9.000 Euro bei einem über 60-Jährigen. Die Gesamtsumme liegt bei 238.000 Euro.

Die späteren Auszahlungen aus dieser Altersvorsorge sind wie die gesetzliche Rente durch die Pfändungsfreigrenzen geschützt, und zwar in Höhe von mindestens 1.050 Euro monatlich und ggf. höher in Abhängigkeit von der Anzahl der unterhaltsberechtigten Personen.

Versicherungspflicht beachten

Für einige Selbständige besteht eine gesetzliche Versicherungspflicht in der gesetzlichen Rentenversicherung. Dazu zählen beispielsweise Handwerker, Hebammen, Lehrer, Künstler und Publizisten und Selbständige mit einem Auftraggeber. Eine Auflistung versicherungspflichtiger Selbständiger enthält Sozialgesetzbuch VI. § 2 Sozialgesetzbuch VI

Sie beziehen bereits Rente

Wer die Regelaltersgrenze (65. Lebensjahr, seit 2012 stufenweise auf das 67. Lebensjahr steigend) erreicht hat und eine Regelaltersrente bezieht, kann ohne Einschränkung als Selbständiger hinzuverdienen.Wenn Sie eine Rente wegen voller Erwerbsminderung, eine Altersrente vor Erreichen der Regelaltersgrenze oder der Knappschaftsausgleichsleistung (KAL) beziehen, dürfen Sie monatlich nicht mehr als 450 Euro brutto hinzuverdienen. Bei Überschreiten dieser Hinzuverdienstgrenze kann eine Rente wegen voller Erwerbsminderung oder Altersrente nur noch als Teilrente gezahlt werden. Der Bezug der KAL als Teilrente ist ausgeschlossen.

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