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Sie haben langjährige Berufs- und Lebenserfahrung,  Branchenkontakte, finanzielle Rücklagen und sind körperlich fit: Viele Menschen im mittleren und höheren Alter bringen gute Voraussetzungen für eine Gründung mit. Und immer mehr von ihnen machen sich tatsächlich selbständig.

Ob 45, 55 oder 65 Jahre: Unternehmensgründungen durch Menschen in der zweiten Lebenshälfte nehmen kontinuierlich zu. Allein zwischen den Jahren 2007 bis 2012 stieg der Anteil der über 45-jährigen Gründer oder Gründerteams von 23,3 auf 30,7 Prozent, stellt das RKW in seiner Studie „Gründerinnen und Gründer ab dem mittleren Alter: Schlüsselfaktor für die Wirtschaft“ fest. Damit räumt die RKW-Studie auch mit einem Klischee auf und trägt zu einer notwendigen Korrektur des gesellschaftlichen Altersbildes bei. Denn der durchschnittliche Gründer ist heutzutage nicht Anfang 20, sondern zwischen 35 und 45 Jahren. Dabei geht die Tendenz deutlich in Richtung „45 plus“. Die Gründer „im besten Alter“ gehen vor allem mit freiberuflichen personen- und unternehmensnahen Dienstleistungen an den unternehmerischen Start. Ganz oben auf der Liste stehen Tätigkeiten wie Beratung und Consulting, aber auch Weiterbildung und Training.

In dem Alter starten Gründerinnen und Gründer

Quelle: Gründerinnen und Gründer ab dem mittleren Alter: Schlüsselfaktor für die Wirtschaft. RKW Rationalisierungs- und Innovationszentrum der Deutschen Wirtschaft e. V., Eschborn 2013.

Wobei: DIE Gründergruppe 45plus gibt es natürlich so nicht. Letztlich entscheiden die verschiedenen sozialen Milieus und individuellen Lebensumstände über die Gründungsintensität und Gründungsmotivation. Dennoch hat das RKW in seiner Studie erste allgemeine Trends ausgemacht, die bei Gründerinnen und Gründern ab dem mittleren Alter besondere Gründungsmotive und Erfolgsfaktoren erkennen lassen und die sie von jüngeren Gründern unterscheiden. Dazu wurden rund 150 Gründerinnen und Gründer befragt, rund 95 Prozent davon waren älter als 50 Jahre. Demnach erfüllen vor allem ehemalige Angestellte, die erfolgreich im Beruf waren und umfangreiche Lebenserfahrung gesammelt haben, häufig die persönlichen und organisatorischen Voraussetzungen für eine erfolgreiche Gründung. Sie haben Markt- und Branchenkenntnisse, Kontakte und Netzwerke, (ausgereifte) Ideen und in vielen Fällen Eigenkapital, das in die Gründung investiert werden kann. Allesamt Voraussetzungen, die ihnen gegenüber jüngeren Gründerinnen und Gründern Startvorteile verschaffen. Nichtsdestotrotz gibt es auch Hürden. Defizite beim unternehmerischem Know-how beispielsweise, auch wenn dies kein typisches Problem älterer Gründerinnen und Gründer ist.

Und: Obwohl der Anteil der über 45-jährigen Frauen gering ist, gewinnen sie zunehmend an Bedeutung. Überdurchschnittlich stark repräsentiert sind dabei diejenigen, die gut ausgebildet sind. Eine wichtige Gruppe sind außerdem die Wiedereinsteigerinnen, die nach der Familienphase wieder eine Berufstätigkeit ansteuern.

Gründungsmotivation in den verschiedenen Altersgruppen

50 bis 54 Jahre (n=10)

55 bis 59 Jahre (n=19)

60 bis 64 Jahre (n=13)

65 bis 69 Jahre (n=4)

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Quelle: RKW-Umfrage 2010 in: Gründerinnen und Gründer ab dem mittleren Alter: Schlüsselfaktor für die Wirtschaft. RKW Rationalisierungs- und Innovationszentrum der Deutschen Wirtschaft e. V., Eschborn 2013.

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