Nicht nur Arbeitsplätze anbieten

Qualifizierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wünschen sich Arbeitgeber, die mehr zu bieten haben als einfach nur einen Arbeitsplatz.

Das Alleinstellungsmerkmal. Diesen Begriff kennt jede Gründerin, jeder Gründer und jedes junge Unternehmen. „Und zwar aus der Zeit der Unternehmensplanung“, sagt Jens Wucherpfennig von der Industrie- und Handelskammer (IHK) für München und Oberbayern. „Wenn es darum geht, in einem Businessplan herauszuarbeiten, was das eigene Unternehmen von allen anderen unterscheidet. Früher ging es dabei immer nur um das Produkt, die Dienstleistung und den Service. Heute geht es auch darum, wie man sich als Arbeitgeber von anderen Arbeitgebern abhebt.“ Denn heute, so Jens Wucherpfennig, konkurriere man nicht mehr nur um die verfügbaren Kunden, sondern auch um die verfügbaren Fachkräfte.

Welchen Arbeitgeber wünschen sich Mitarbeiter?

Die Attraktivität des Arbeitgebers ist heute ein wesentlicher Faktor für Fachkräfte, sich für oder gegen ein bestimmtes Unternehmen zu entscheiden. Darauf weist auch die Fachkräfte-Offensive des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie, des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales sowie der Bundesagentur für Arbeit hin. Gerade für kleine und mittlere Unternehmen lohne es sich besonders, dem eigenen Profil Kontur zu verleihen und sich so positiv von der Konkurrenz abzuheben. Und damit ist nicht zwangsläufig die Höhe des Gehalts gemeint, knüpft Sven Heitmann von der IHK Lüneburg an: „Wir haben durch Umfragen bei Studenten herausgefunden, dass das Gehalt nicht das alles entscheidende Kriterium für eine Job-Wahl ist. Wobei man hier natürlich relativieren muss. Wir reden von Akademikern, die oft immer noch ein gutes Einkommen haben, wenn sie auf einen Teil des Gehalts verzichten. Ihnen sind allerdings in vielen Fällen andere Dinge wichtiger: flache Hierarchien, die Möglichkeit, eigene Ideen einbringen zu können, Verantwortung übernehmen zu dürfen. Das können ihnen kleine Unternehmen eher anbieten als große.“

Bildrechte: IHK für München und Oberbayern

Dazu kommen noch andere Wünsche: die Vereinbarkeit von Familie und Beruf, die Möglichkeit, im Home-Office zu arbeiten, eine ausgewogene Work-Life-Balance. Überhaupt: das ganze Betriebsklima. Es trägt erfahrungsgemäß dazu bei, dass (gute) Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nicht nur kommen, sondern auch bleiben. Patrick Pietruck, Inhaber der Online-Marketing-Agentur web-netz aus Lüneburg mit cirka 50 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern: „Wir haben einen regelmäßigen Stammtisch und gehen zusammen bowlen. Oder wir unternehmen ganz verrückte Sachen. Zum Beispiel haben wir letzten Monat eine Kinderspielwelt besucht, die eigens für uns geöffnet war. Wo wir dann noch mal Kind sein durften und klettern und rutschen konnten. Dass solche Aktivitäten sehr gut ankommen, merke ich immer wieder, wenn meine Mitarbeiter sagen, dass die Arbeitsbelastung zwar sehr hoch sei, aber dafür der Zusammenhalt besonders stark und gut ist.“

Weitere Ideen dazu, wie der Zusammenhalt im Unternehmen gestärkt werden kann und was kleine und mittlere Unternehmen sonst noch tun können, um ein mitarbeiterfreundliches Klima zu schaffen, hat das Kompetenzzentrum Fachkräftesicherung auf seiner Webseite zusammengestellt: von flexibler Arbeitszeitgestaltung über Gesundheitsförderung oder Vereinbarkeit von Familie und Beruf bis hin zur regelmäßigen internen Kommunikation.

So halten Sie Ihre Mitarbeiter im Unternehmen

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Flexible Arbeitszeitgestaltung, Telearbeit, gesundheitsförderliche Maßnahmen: Das Kompetenzzentrum Fachkräftesicherung zeigt Beispiele, wie kleine und mittlere Unternehmen ihre Mitarbeiter im Betrieb halten können.
www.kompetenzzentrum-fachkraeftesicherung.de.

 

Willkommenskultur aufbauen

Eine wichtige Rolle spielt die Arbeitgeber- und Unternehmensattraktivität auch beim Thema internationale Fachkräfte. Ganz gleich, ob die neue Mitarbeiterin oder der neue Mitarbeiter mit ausländischen Wurzeln schon in Deutschland lebt oder speziell für diesen Job nach Deutschland umzieht: Entscheidend ist, wie sie bzw. er im Unternehmen aufgenommen wird. Dafür kann man mit einer unternehmenseigenen „Willkommenskultur“ einiges tun. Wie zum Beispiel Stefan Zoller, Gründer der Besser betreut GmbH. Von seinen 120 Mitarbeitern kommen viele aus dem Ausland: „Wir organisieren für jeden, der neu dazu kommt, sogenannte Willkommenstage. Da macht jede oder jeder Neue beispielsweise eine Art ‚Schnitzeljagd‘ durchs Unternehmen, ein Einarbeitungs-Quiz, um die Kollegen kennenzulernen. Außerdem haben wir unser Buddy System. Dabei stellen wir jeder neuen Mitarbeiterin und jedem neuen Mitarbeiter für die erste Zeit einen festen Ansprechpartner zur Seite.“

Wie auch kleine und mittlere Unternehmen eine Willkommenskultur aufbauen können, erfahren Unternehmerinnen und Unternehmer in der Broschüre „Willkommenskultur im Unternehmen“ des Kompetenzzentraum Fachkräftesicherung. Darüber hinaus gibt es weitere vielfältige Informationen und Beratungsstellen für Unternehmen, die internationale Fachkräfte suchen.

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