„Wir organisieren für jeden, der neu dazu kommt, sogenannte Willkommenstage.“

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Steffen Zoller
Besser Betreut GmbH
(Bildrechte: Besser Betreut GmbH)

Interview mit Steffen Zoller, Gründer und Geschäftsführer der Besser Betreut GmbH

Herr Zoller, Sie betreiben eine Vermittlungsplattform für haushaltsnahe Dienstleistungen. Was bieten Sie an?

Zoller: Bei uns finden Familien Angebote für Kinderbetreuung, Nachhilfe, Seniorenbetreuung oder auch Betreuung für Haustiere. Und wir sorgen für Hilfe im Haushalt und Garten oder bei Reparaturen im Haus. Auf unserer Vermittlungsplattform bringen wir Nachfrage und Angebot, also Hilfesuchende und Dienstleister zusammen. Und das nicht nur in Deutschland, sondern auch in einer ganzen Reihe von Ländern der EU: beispielsweise in den Niederlanden, Belgien, Frankreich oder auch in den skandinavischen Ländern.

Mit wie vielen Mitarbeitern haben Sie angefangen?

Zoller: Angefangen habe ich allein. Da habe ich wohl das Schicksal vieler Gründer geteilt. Kurze Zeit später kamen die ersten drei Mitarbeiter und der erste Hund dazu. Inzwischen sind es 120 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Was müssen Ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter können?

Zoller: Sie müssen diejenigen beraten, die nach einer passenden Betreuung suchen, oder sich als Dienstleister anbieten. Meist per E-Mail, oft auch am Telefon. Und zwar in deren Landesprache, also Niederländisch, Französisch oder Schwedisch, wie auch immer. Und sie müssen vor allem dafür sorgen, dass wir Dienstleister finden, die die Aufträge ausführen, und Hilfesuchende auf uns aufmerksam werden. Sie müssen das Portal international vermarkten und dafür die verschiedenen Länderversionen unserer Plattform in Gang halten. Dazu gehört auch die erforderliche technische Abwicklung. Wir suchen also seit unserer Gründung immer wieder Fachleute für IT, Online-Marketing und Kundenservice.

Wo und wie suchen Sie Ihre Fachkräfte?

Zoller: Wir suchen unsere Mitarbeiter vor allem über das Internet und nutzen Online-Stellenbörsen. Wir sprechen Kandidaten auch über Social Media direkt an. Hier in Deutschland setzen wir aber vor allem auf unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Wir bitten Sie, Bekannte und Freunde anzusprechen, die ihrer Meinung nach als Fachkräfte-Kandidaten für uns in Frage kommen könnten. Wenn wir aus diesem Pool jemanden bei uns aufnehmen, gibt’s für den Tippgeber eine Prämie. So vergrößern wir als Unternehmen erstens unsere Chance, zusätzliches Fachpersonal zu finden. Und unsere Leute haben die Chance, noch mehr Kollegen zu uns zu lotsen, mit denen sie gern zusammenarbeiten. Für die Betreuung ausländischer Kunden brauchen wir Muttersprachler. Die suchen wir gezielt in deren Heimatländern. Ihr Arbeitsplatz ist allerdings immer in Berlin. Und hier sprechen wir untereinander nur Englisch und Deutsch. Wir bieten dazu Sprachkurse und Tandem-Programme für unsere Mitarbeiter an.

Wir suchen unsere Mitarbeiter vor allem über das Internet und nutzen Online-Stellenbörsen.

Was meinen Sie, warum sich Jobbewerber für Sie entscheiden?

Zoller: Da gibt es eine ganze Reihe von Gründen, warum sich unsere Spezialisten für uns und nicht für größere Konkurrenten entscheiden. Das liegt einmal sicher am Produkt, das wir verkaufen. Damit können sich viele gerade jüngere Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen gut identifizieren. Dazu kommt das familienfreundliche Gesamtpaket, das wir anbieten. Wenn jemand ein krankes Kind zu Hause hat, können wir für Betreuung sorgen, falls die Mutter oder der Vater nicht selbst zu Hause bleiben will oder kann. Dann bieten wir sehr flexible Arbeitszeiten an, bis hin zum Home Office. Und der Standort Berlin ist natürlich auch ein Pfund, mit dem wir wuchern können.

Ist nicht vor allem auch entscheidend, dass die Bewerber den Eindruck haben: Hier und mit diesen Leuten kann ich mich wohlfühlen.

Zoller: Ganz klar. Darum organisieren wir für jeden, der neu dazu kommt, sogenannte Willkommenstage. Da macht jede oder jeder Neue beispielsweise eine Art „Schnitzeljagd“ durchs Unternehmen, ein Einarbeitungs-Quiz, um die Kollegen kennenzulernen. Bei dem müssen sie Fragen zum Unternehmen beantworten. Sie müssen dazu ihre neuen Kollegen ansprechen. Außerdem haben wir unser Buddy System. Dabei stellen wir jeder neuen Mitarbeiterin und jedem neuen Mitarbeiter für die erste Zeit einen festen Ansprechpartner zur Seite. Beispielsweise auch als Informationslieferant für die ungeschriebenen Gesetze des Unternehmens: „Der Kollege Müller mag gar nicht, wenn….“ Und dienstags gehen wir alle immer noch in die Bar um die Ecke.

Können Sie feststellen, ob Sie mit all diesen Maßnahmen Erfolg bei Ihren Mitarbeitern haben?

Zoller: Ja können wir. Nach der Einarbeitungsphase nimmt die Personalabteilung mit den Neulingen Kontakt auf und befragt sie nach ihren Erfahrungen. Außerdem führen wir jedes Jahr eine Mitarbeiterumfrage durch: Aus beiden Erhebungen wissen wir, dass die neuen Kolleginnen und Kollegen die Aufnahme bei uns als sehr positiv erleben.

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