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Ob Ingenieure, Elektriker, Alten- oder Krankenpfleger – in Deutschland werden die Fachkräfte knapp. Doch wer sich als attraktiver Arbeitgeber präsentiert, kann auf dem Arbeitsmarkt punkten.

„Ein Unternehmen hat ein Fachkräfteproblem, wenn es relevante Stellen länger als zwei Monate nicht besetzen kann“, bringt es Jens Wucherpfennig, von der Industrie- und Handelskammer für München und Oberbayern auf den Punkt. Der Fachkräfteengpass, vor dem Expertinnen und Experten seit Jahren warnen, rückt immer näher und ist inzwischen in vielen Unternehmen zu spüren.

Allein im Jahr 2013 hatten 31 bis 60 Prozent der Unternehmen mittlere oder große Probleme, Fachkräfte zu finden. Das stellt der Qualifizierungsmonitor fest, den das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) herausgibt. „Wenn man sich vor Augen hält, dass es sich bei über 99 Prozent der Unternehmen um Betriebe mit weniger als 250 Beschäftigten handelt, wird deutlich, wie groß die Zahl von Unternehmen ist, die bereits jetzt schon von den Auswirkungen des Fachkräftemangels betroffen sind“, so Dr. Susanne Seyda vom Institut der deutschen Wirtschaft Köln und Mit-Autorin der Studie „Fachkräfteengpässe in Unternehmen“, die im Auftrag des Bundeswirtschaftsministeriums erstellt wurde.

Vor allem kleine und mittlere Unternehmen haben Probleme bei der Fachkräftesuche

Unternehmen, die in den letzten 12 Monaten mittelgroße oder große Schwierigkeiten bei der Rekrutierung hatten (in % der suchenden Unternehmen), 2013.

1 - 49 Beschäftigte

50 - 249 Beschäftigte

ab 250 Beschäftigte

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Quelle: Sonderauswertung des BMWi-Qualifizierungsmonitors, 3. GIB-Welle 2013 in: Institut der deutschen Wirtschaft Köln: Fachkräfteengpässe in Unternehmen. Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (Hrsg.), Berlin 2014.

„Die Arbeitsmärkte sind so gut wie leergefegt“

So klafft zum Beispiel bei technologieorientierten Start-ups eine riesige MINT-Lücke durch zu wenige Absolventen in Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik. Und die Dienstleistungsbranche, vor allem der Gesundheitsbereich, klagt schon lange über den Personalnotstand in Krankenhäusern und Pflegeheimen. Auch im Handwerk sieht es nicht viel besser aus: „In den Bereichen Elektro, Heizung, Sanitär, Kälteanlagenbau, Metallbau, Metallverarbeitung fehlen Mitarbeiter auf allen Ebenen“, sagt Dirk Hecking von der Handwerkskammer zu Köln. „Ob Azubis, Gesellen, Meister oder Ingenieure, die wir in den Betrieben brauchen. Die Leute gibt es nicht. Die Arbeitsmärkte sind so gut wie leergefegt.“

Die Folge ist: Unternehmen können im Extremfall keine Aufträge mehr annehmen. Personalplanung und -suche werden zu einer immer größeren Herausforderung. Gute Chancen sie zu meistern hat derjenige, der weiß, wie er trotz Engpass geeignete Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter oder Auszubildende findet und im Unternehmen halten kann. Gerade kleinen und mittleren Unternehmen stehen dafür vielfältige Beratungs- und Förderangebote zur Verfügung. Die Webseite der Fachkräfte-Offensive des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie, des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales und der Bundesagentur für Arbeit bündelt vorhandene Angebote zur Fachkräftesicherung.

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www.fachkräfte-offensive.de

 

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