(Keine) Fachkräfte in Sicht?

Welche Aufgaben gibt es im Unternehmen? Und wo finde ich die geeigneten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter dafür? Gründerinnen und Gründer werden mit diesen Fragen erstmals in der Planungsphase konfrontiert. Junge Unternehmen dann wieder, wenn sie wachsen:

Bei der Suche nach qualifiziertem Personal sind der Kreativität von jungen Unternehmen keine Grenzen gesetzt. Wichtig ist dabei, mehrgleisig zu fahren und möglichst viele der Wege zu nutzen, auf denen man potenzielle Mitarbeiter finden kann. Und: nicht nur darauf zu warten, dass sich Bewerber auf Stellenanzeigen melden, sondern auch auf geeignete Kandidaten zuzugehen oder sich welche empfehlen zu lassen – zum Beispiel von Kunden bzw. Auftraggebern, die einen engen persönlichen Kontakt zum Unternehmen haben.

Inserate und persönliche Kontakte versprechen größten Rekrutierungserfolg

(Erfolgsquoten ausgewählter Suchwege inkl. Mehrfachnennungen, 2011)

Stellenangebote auf der eigenen Homepage

Über eigene Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter/persönliche Kontakte

Eigene Inserate (Zeitungen/Zeitschriften)

Kontakt zur Arbeitsagentur (inkl. Internetdienste der Agentur für Arbeit)

Stellenangebot in Internetbörsen

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Quelle: Dietz et al, 2013 in: Kompetenzzentrum Fachkräftesicherung www.kompetenzzentrum-fachkräftesicherung.de

Online- und Offline-Netzwerke aufbauen und nutzen

Überhaupt wird das „Netzwerken“ in Zeiten knapper werdender Fachkräfte immer wichtiger – nicht zuletzt mit Hilfe von Social-Media. „Wir stellen allerdings fest, dass beim Thema Social Media insbesondere für Kleinunternehmen noch nicht der goldene Mittelweg gefunden ist. Da fehlt es häufig noch an Professionalität. Auf jeden Fall, sollten Unternehmer vermeiden, sich dort in Gesprächsrunden und Foren einzubringen mit der Aussage ‚ich bin eigentlich nur hier, um euch davon zu überzeugen, wie toll mein Unternehmen ist‘. Bewerbungen bekommt man vielmehr darüber, dass man sich inhaltlich in Diskussionen einbringt und darüber als attraktiver Arbeitgeber gesehen wird“, so die Erfahrung Sven Heitmann von der Industrie- und Handelskammer Lüneburg. Wer wissen möchte, wie er sich in Sachen Social Media professionell aufstellen kann, sollte sich am besten an einen der regionalen eBusiness-Lotsen wenden. Sie bieten im Rahmen der BMWi-Initiative eKompetenz-Netzwerk für Unternehmen kostenfreie Hilfestellung an.

Soziale Netzwerke bieten Unternehmen viele Möglichkeiten zur Kontaktaufnahme

Ausgewählte Netzwerke, Stand: Juli 2012. Quelle: Kompetenzzentrum Fachkräftesicherung www.kompetenzzentrum-fachkräftesicherung.de

Neben Online-Kontakten spielen aber auch persönliche Kontakte in der realen Welt nach wie vor eine wichtige Rolle für die Mitarbeitersuche. Sie sind für kleine und mittlere Unternehmen nicht nur der finanziell günstigste, sondern auch der erfolgreichste Weg, stellt das Kompetenzzentrum Fachkräftesicherung fest. Dies bestätigt auch Dirk Hecking von der Handwerkskammer zu Köln – allerdings mit einer Einschränkung: „Wir erleben bei Gründerinnen, Gründern und jungen Selbständigen, dass die auf ihr persönliches Netzwerk zurückgreifen, ob ein Kollege aus der Firma, wo sie vorher gearbeitet haben oder jemanden aus der gemeinsamen Ausbildungszeit oder auch aus dem Freundeskreis. Aber ob das dann immer klappt, und die auch in einem Chef-Angestellten-Verhältnis gut klarkommen, ist sicher noch mal eine andere Frage“.

Damit nicht nur das, sondern die Personalsuche überhaupt klappt, rät das Kompetenzzentrum Fachkräftesicherung strategisch vorzugehen. Junge Unternehmerinnen und Unternehmen sollten zum Beispiel klären, welche Aufgaben heute und zukünftig im Unternehmen überhaupt bearbeitet werden müssen. Wie soll sich das Unternehmen entwickeln? Welche Qualifikationen sollen die Mitarbeiter mitbringen? Welche persönlichen Eigenschaften sind wünschenswert, damit die Bewerberin oder der Bewerber zum Betrieb „passt“? Zu diesen und weiteren Fragen bietet das Kompetenzzentrum Fachkräftesicherung Handlungsempfehlungen auf seiner Webseite an.

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www.kompetenzzentrum-fachkraeftesicherung.de

 

Die „klassischen“ Suchwege:

Sie spielen für die Mitarbeitersuche nach wie vor eine wichtige Rolle:

  • Online- und Offline-Stellenanzeigen
    Neben den zahlreichen Onlinebörsen für Jobsuchende und Unternehmen, bieten auch die Industrie- und Handelskammern sowie Handwerkskammern Fachkräfte-Börsen in Internet an. Nicht zu unterschätzen sind aber auch Stellenanzeigen in Zeitungen und Zeitschriften. Sie sind nach wie vor erfolgversprechend.
  • Die Arbeitsagentur
    Den Kontakt zur Arbeitsagentur sollten Gründerinnen, Gründer und junge Unternehmen bei der Mitarbeitersuche auf jeden Fall aufnehmen. Sie können entweder die Jobbörse der Arbeitsagentur durchsuchen oder sich an den Arbeitgeber-Service wenden.
  • Job- und Fachmessen
    Vor allem für Arbeitgeber, die besonders qualifizierte Fachkräfte suchen, kommen Job- oder Fachmessen in Frage. Wobei, so Sven Heitmann von der IHK Lüneburg: „Man hat als kleinerer Arbeitgeber sehr oft das Problem, dass man dort dann mit den großen Playern konkurrieren muss. Und in dem Fall sollte man genau wissen, welche Vorzüge man im Unterschied zu den Großen vorweisen kann.“

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