Über den Tellerrand schauen

Wer ein bestimmtes Idealbild von seinem zukünftigen Mitarbeiter vor Augen hat und nur danach sucht, lässt damit viele potenzielle Fachkräfte außer Acht.

Erwerbslose, Unterbeschäftigte und die „stille Reserve“: Allein im Jahr 2012 gab es in Deutschland ein ungenutztes Arbeitskräftepotenzial von rund 6,7 Millionen Personen, stellt das Statistische Bundesamt fest.

6,7 Millionen wünschen sich (mehr) Arbeit (in Tausend)

Ungenutztes Arbeitskräftepotenzial in der Bevölkerung zwischen 15 und 74 Jahren, 2012. Quelle: Statistisches Bundesamt, 2013, Pressemitteilung Nr. 297 vom 05.09.2013, www.destatis.de

 

Offen sein und „neue“ Fachkräfte entdecken

Bei der Stellenbesetzung geht es nicht nur um die Frage der fachlichen Qualifikation. Es geht immer auch um die Frage, welcher Mensch die Stelle besetzen soll. Welches Alter sollte er oder sie haben? Welche Herkunft? Welches Geschlecht? Meist sind die damit verbundenen Wunschvorstellungen mit bestimmten Stereotypen verbunden. So übersehen viele (zukünftige) Arbeitgeber nach wie vor, dass hochqualifizierte Frauen auch für technologieorientierte Jobs oder für Führungspositionen zur Verfügung stehen können. Und Fachkräfte der Generation 55 plus können durchaus auch an der Mitarbeit in einem jungen Unternehmen interessiert sein. Bewerberinnen und Bewerber mit Migrationshintergrund können hervorragend integriert sein und durch ihren vielseitigen kulturellen Hintergrund neue Blickwinkel mitbringen. Wie auch kleine Unternehmen weitere interessante Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für sich identifizieren und ansprechen können, zeigt das Kompetenzzentrum Fachkräftesicherung.

Entdecken Sie neue Fachkräfte

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Richten Sie Ihren Blick auch auf Fachkräfte, an die Sie bisher noch nicht gedacht hatten. Mehr Informationen dazu bietet das
Kompetenzzentrum Fachkräftesicherung.

 

Kontakt zu Fachkräften "von morgen"

Eine Möglichkeit, sich als Arbeitgeber gegenüber potenziellen Fachkräften zu präsentieren, ist, mit Bildungseinrichtungen zu kooperieren. Gerade junge Unternehmen können darüber potenzielle Bewerberinnen und Bewerber auf sich aufmerksam machen. So wie Patrick Pietruck zum Beispiel, Gründer der web-netz GmbH in Lüneburg: „Wir beteiligen uns an der Leuphana Universität in Lüneburg am Lehrstuhl für E-Business sehr intensiv an Lehrveranstaltungen, mit der Folge, dass sich viele Absolventen bei uns bewerben. Die sind natürlich noch nicht ausreichend qualifiziert, haben aber zumindest das Grundwissen, um in einem Unternehmen wie dem unseren durchzustarten. Wir bieten dann ein intensives Traineeprogramm an, so dass wir binnen eines Jahres die Mitarbeiter auf ein sehr hohes Level bekommen.“ Weitere Möglichkeiten, den Kontakt zu Hochschulabsolventen aufzubauen sind, Praktikaangebote für Studierende oder die Begleitung von Bachelor-, Masterarbeiten oder Dissertationen.

Über Grenzen hinweg

Ein großes Potenzial, das gerade von vielen kleinen und mittleren Unternehmen immer noch vernachlässigt wird, sind Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus dem Ausland. Bislang rekrutiert nur eine Minderheit von Unternehmen internationale Fachkräfte. Dabei machen Unternehmen, die mit qualifizierten Mitarbeitern und ausbildungsinteressierten Jugendlichen aus dem Ausland arbeiten, gute Erfahrungen. Bund und Länder bieten daher vielfältige Informationen und Hilfestellung an. Für die Vermittlung ausländischer Fachkräfte können sich deutsche Unternehmen auch an die Zentrale Auslands- und Fachvermittlung der Bundesagentur für Arbeit wenden.

Ausländische Fachkräfte erfolgreich rekrutieren

persönliche Kontakte

31 %

Online-Stellenbörsen

24 %

Stellenanzeigen in Zeitungen/Zeitschriften

20 %

eigene Karrierewebseite/Online-Bewerberformular

17 %

Arbeitsagentur/öffentliche Personalvermittler

17 %

private Personalvermittler

13 %

Angebote für Studierende

11 %

Hochschulkontakte/-kooperationen

11 %

Bewerber- und Firmenkontaktmessen im Ausland

4 %

  • 0 %
  • 10 %
  • 20 %
  • 30 %
  • 40 %

In % aller Unternehmen, die im Ausland rekrutieren, Mehrfachnennungen, 2011. Quelle: Bahrke et al. 2011. In: Kompetenzzentrum Fachkräftesicherung, www.kompetenzzentrum-fachkraeftesicherung.de 

mani Häusliche Pflege (33 Angestellte) hat durch private Kontakte in Portugal ein erfolgreiches Netzwerk aufgebaut. Es ermöglicht Bewerberinnen und Bewerbern, sich über ihre beruflichen Perspektiven in Deutschland intensiv zu informieren.

Weitere Informationen

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