Neue EXIST-
Förderkonditionen für
Start-ups aus Hochschulen

Zum Jahreswechsel können Start-ups aus Hochschulen und Forschungseinrichtungen mit noch besseren Förderkonditionen bei EXIST rechnen.

Mit dem Förderprogramm trägt das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie BMWi bereits seit über 15 Jahren erfolgreich dazu bei, das Gründungsklima an Hochschulen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen zu verbessern. Um insbesondere die Anzahl technologieorientierter und wissensbasierter Unternehmensgründungen zu erhöhen, bietet das BMWi Gründerinnen und Gründern aus Hochschulen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen zwei Förderinstrumente an:

EXIST-Gründerstipendium unterstützt innovative technologieorientierte und wissensbasierte Gründungsvorhaben von Studierenden, Absolventinnen und Absolventen sowie Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern. Die Förderung besteht aus einem Stipendium zur Sicherung des Lebensunterhalts sowie einem Sachmittel- und Coachingbudget. Darüber hinaus verpflichten sich die in Gründungsnetzwerke eingebundenen Hochschulen und Forschungseinrichtungen sowohl Mentoren als auch Arbeitsplätze sowie die notwendige Infrastruktur für die Start-up-Teams zur Verfügung zu stellen. EXIST-Gründerstipendium hat eine Laufzeit von 12 Monaten und wird über die jeweilige Hochschule oder Forschungseinrichtung des Gründers bzw. der Gründerinnen und Gründer beantragt.

EXIST-Forschungstransfer unterstützt herausragende forschungsbasierte Gründungsvorhaben, die mit aufwändigen und risikoreichen Entwicklungsarbeiten verbunden sind. In der ersten Förderphase sollen Forschungsergebnisse, die das Potenzial besitzen, Grundlage einer Unternehmensgründung zu sein, weiterentwickelt werden. Ziel ist es, die technische Machbarkeit mit einem Prototypen aufzuzeigen und die Gründung des Unternehmens vorzubereiten. In der zweiten Förderphase stehen die Aufnahme der Geschäftstätigkeit sowie die Sicherung einer externen Anschlussfinanzierung des Unternehmens im Fokus.

In der Förderphase I werden Personalkosten sowie Sachkosten finanziert. In der Förderphase II kann ein nicht-rückzahlbarer Zuschuss gewährt werden.

EXIST-Gründerstipendium und EXIST-Forschungstransfer werden durch den Europäischen Sozialfonds kofinanziert.

Was ändert sich bei EXIST?

Seit dem 9. Dezember 2014 haben sich die Konditionen bei EXIST-Gründerstipendium und EXIST-Forschungstransfer geändert. Wir haben dazu Thomas Großmann vom Projektträger Jülich (PtJ) im Forschungszentrum Jülich gefragt. Der PtJ ist zuständig für die operative Umsetzung von EXIST.

Herr Großmann, wie sehen die neuen Förderkonditionen für EXIST-Gründerstipendium aus?

Großmann: Das Stipendium wurde vor allem um 25 Prozent erhöht. Seit seiner Einführung im Jahre 2007 war es unverändert geblieben. Die Lebenshaltungskosten sind aber seitdem gestiegen und das Stipendium soll ja genau das abdecken: die Kosten für den Lebensunterhalt. Die Gründungsteams sollen den Rücken frei haben, um sich voll auf ihr Vorhaben konzentrieren zu können. Zukünftig bekommen Absolventinnen und Absolventen mit einem Hochschulabschluss daher 2.500 Euro im Monat. Wer promoviert hat, erhält sogar 3.000 Euro.

Auch bei der Teamzusammensetzung gibt es Änderungen. Wie sehen die aus?

Großmann: Wir wollen den Zugang von Gründerinnen und Gründern mit mehr Berufserfahrung in die Teams erleichtern. Daher kann für ein Teammitglied mit akademischem Abschluss die Fünf-Jahres-Frist aufgehoben werden. Alternativ kann zukünftig auch ein Teammitglied mit einem qualifizierten Berufsabschluss gefördert werden. Das kann ein Techniker oder auch ein Kaufmann sein.

Die Änderungen gelten ab sofort für alle neu zu bewilligenden Förderanträge. Liegen alle notwendigen Unterlagen vor, gibt es spätestens nach drei Monaten eine Rückmeldung.

Kommen wir zu EXIST-Forschungstransfer. Wie wird die Förderung dort zukünftig aussehen?

Großmann: EXIST-Forschungstransfer zielt auf technisch besonders risikobehaftete Gründungsprojekte mit einem hohen Entwicklungsaufwand ab. Sie benötigen neben Zeit auch höhere Aufwendungen für Geräte und Anlagen. Sie werden daher mehr Investitionsmittel erhalten und können in der Phase I bis zu 250.000 Euro dafür kalkulieren. Die im Verlauf der Förderphase I gegründeten Unternehmen erhalten für die weiteren Schritte zum Markt und für die Einwerbung einer Unternehmensfinanzierung einen höheren Zuschuss von 180.000 Euro. Voraussetzung dafür sind ein Eigenanteil und eine erfolgreiche Präsentation des Unternehmenskonzeptes vor der Expertenjury.

Bildrechte: PtJ
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