Rentenversicherung: Beiträge 2015

Wie entwickeln sich die Beiträge für Unternehmerinnen und Unternehmer in der gesetzlichen Rentenversicherung?

Beruflich Selbständige können sich bei der gesetzlichen Rentenversicherung entweder freiwillig versichern oder auf Antrag versicherungspflichtig werden. Sie können ihre Altersvorsorge aber auch ganz ohne die gesetzliche Rentenversicherung planen. Ausnahme: Bestimmte Berufsgruppen müssen sich in jedem Fall über die gesetzliche Rentenversicherung absichern.

Freiwillige Versicherung

Beruflich Selbständige, die bei der Deutschen Rentenversicherung Bund freiwillig versichert sind, zahlen ab 2015 einen Beitrag von monatlich mindestens 84,15 Euro und höchstens 1.131,35 Euro. Der Mindestbeitrag entspricht 18,7 Prozent von einem monatlichen Bruttoeinkommen von 450 Euro. Sie können auch ein höheres Einkommen zugrundelegen, allerdings nur bis zur Höhe der Beitragsbemessungsgrenze. Die liegt im nächsten Jahr bei einem Bruttoeinkommen von 6.050 Euro pro Monat bzw. 72.600 Euro pro Jahr (West) und 5.200 Euro pro Monat bzw. 62.400 Euro pro Jahr (Ost).

Gut zu wissen: Das Bürgertelefon des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales weist darauf hin, dass freiwillig Versicherte die Anzahl und Höhe ihrer Beiträge selbst festlegen können. Und: Die Ansprüche an die gesetzliche Rentenversicherung, die man sich in der Zeit als Arbeitnehmerin bzw. Arbeitnehmer erworben hat, bleiben erhalten.

Versicherungspflicht auf Antrag

Innerhalb von fünf Jahren nach Aufnahme Ihrer selbständigen Tätigkeit können Sie die Versicherungspflicht in der gesetzlichen Rentenversicherung beantragen. Vorteil: Im Unterschied zu freiwilligen Versicherten, haben Pflichtversicherte auch Anspruch auf eine Erwerbsminderungsrente und auf Rehabilitationsleistungen.

Hinsichtlich der Beiträge gibt es drei Möglichkeiten:

  • Halber Regelbeitrag für Gründerinnen und Gründer
    Innerhalb der ersten drei Jahre der beruflichen Selbständigkeit, können Sie sich für den halben Regelbeitrag entscheiden. Er beträgt 2015 monatlich 265,07 Euro (West) und 225,80 Euro (Ost).
  • Regelbeitrag
    Unabhängig von Ihrem Einkommen, können Sie auch den vollen Regelbeitrag zahlen. Er liegt im nächsten Jahr bei monatlich 530,15 Euro (West) und 451,61 Euro (Ost).
  • Einkommensgerechter Beitrag
    Weicht Ihr Einkommen laut des letzten Einkommensteuerbescheids stark von den Jahren zuvor ab, können Sie auch höhere oder niedrigere Beiträge als den Regelbeitrag zahlen.

Gut zu wissen: Haben Sie sich einmal für die Antragspflichtversicherung entschieden, können Sie diese nicht wieder kündigen. Sie bleibt für die Dauer Ihrer selbständigen Tätigkeit bestehen.

Versicherungspflicht

Viele Gründerinnen und Gründer wissen nicht, dass sich bestimmte Berufsgruppen in jedem Fall bei der gesetzlichen Rentenversicherung versichern müssen. Dazu zählen beispielsweise Handwerker, Hebammen, Lehrer, Künstler und Publizisten. Eine Auflistung versicherungspflichtiger Selbständiger finden Sie im § 2 Sozialgesetzbuch VI. Wobei es hier auch Ausnahmen gibt, insbesondere dann, wenn Sie sozialversicherungspflichtige Angestellte beschäftigen. Erkundigen Sie sich dazu am besten bei der Deutschen Rentenversicherung Bund.

Bei den Beiträgen gelten dieselben Regelungen wie bei den Pflichtversicherten auf Antrag.
Ausnahme: Künstler, Publizisten, Seelotsen, Hausgewerbetreibende, Küstenschiffer und -fischer brauchen nur einkommensgerechte Beiträge zahlen. Und: Künstler und Publizisten, die Mitglied der Künstlersozialkasse sind, zahlen jeweils nur die Hälfte ihres Beitrags.

Der Bundesrat muss der Beitragssatzverordnung noch zustimmen. Alle Angaben sind daher unter Vorbehalt.

Weitere Informationen

Bundesministerium für Arbeit und Soziales

  • Bürgertelefon zum Thema Rente
    Tel.: 030 221 911 001
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