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Geschäftsideen für die „Steckdose"

Die Erneuerbaren Energien bieten ein riesiges Potenzial für innovative Geschäftsideen.

Da sind zunächst einmal Photovoltaik- und Biogas- oder Windkraftanlagen. Sie haben die Nase vorn. „Andere Erzeugungstechnologien wie Meeresströmungsturbinen oder Wellenkraft sind ins Hintertreffen geraten. Auch die Geothermie wird sich in Deutschland aufgrund der geologischen Bedingungen kaum durchsetzen“, so Crispin Leick, Geschäftsführer der Innogy Venture Capital GmbH. Chancen für Start-ups bieten sie dennoch. Nicht zuletzt, weil Energietechnologien „Made in Germany“ zum Exportschlager der deutschen Wirtschaft gehören.

Laut einer Befragung der Deutschen Energie-Agentur (dena) im Rahmen der Exportinitiative „Erneuerbare Energien“ bewerten knapp 50 Prozent der befragten Unternehmen in der Erneuerbare-Energien-Branche die aktuelle Geschäftslage im Export als gut oder sehr gut. „Die Entwicklung von Korrosionsschutz oder Pumpen für geothermische Anlagen oder auch Messverfahren von Erdbewegungen sind gefragt. Genauso wie Messtechnik, Rechengeräte, Sensortechnik für Windkraftanlagen“, ist Dr. Karl-Friedrich Ziegahn überzeugt. Er leitet unter anderem die Helmholtz-Forschungsprogramme „Erneuerbare Energien“ und „Energieeffizienz, Ressourcen und Materialien“ am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) und ist Aufsichtsratsvorsitzender der europäischen KIC InnoEnergy SE. „Da sehe ich vielfältige Einsatzmöglichkeiten für neue Ideen. Zum Beispiel bei der Entwicklung von Analyseverfahren, um das Ermüdungsverhalten von Faser-Verbundwerkstoffen festzustellen. Damit kann die Lebensdauer von Rotorblättern für Windkraftanlagen erhöht werden.“

Der KUER-Gründungswettbewerb

Der KUER Gründungswettbewerb ist der erste branchenspezifische Wettbewerb für die Zukunftsbranchen Klima, Umwelt, Energieeinsparung und Ressourcenschonung (KUER). Der von der Europäischen Union und dem Umwelt-Ministerium des Landes Nordrhein-Westfalen geförderte Gründungswettbewerb unterstützt junge Gründerinnen und Gründer auf dem Weg zum eigenen Unternehmen. Der NRW-Wettbewerb ist bundesweit geöffnet und für die Teilnehmer kostenlos.

Besonders spannend findet Crispin Leick Geschäftsmodelle, die nicht nur erneuerbare Energien erzeugen, sondern sich außerdem als Problemlöser für andere drängende Fragen erweisen: „Wir sind beispielsweise an einem Start-up beteiligt, das ein Verfahren entwickelt hat, um aus Lebensmittelabfällen Biogas zu erzeugen. Damit hätten wir eine Alternative zum sogenannten Energiemais, der in immer größeren Monokulturen angebaut wird. Außerdem könnte die Lebensmittelindustrie ihre Abfälle über diesen Weg günstiger und sinnvoller entsorgen.“

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