Existenzgründung

BMWi-Expertenforum

Als Existenzgründerin und Existenzgründer haben Sie täglich mit neuen Fragen zu tun.

Hilfestellung und Orientierung bietet hier das BMWi-Expertenforum. Die Expertinnen und Experten beantworten Ihre Frage und weisen Ihnen den weiteren Gründungsweg. In unserem eMagazin stellen wir Ihnen jeweils einen der über 40 Experten vor.

Ruth Rathsack

Ruth Rathsack ist Projektleiterin des Bürgertelefons zur Arbeitsmarktpolitik und -förderung des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales.

Im BMWi-Expertenforum beantwortet sie und ihr Team Fragen zu folgenden Themen:

  • Weiterversicherung in der Arbeitslosenversicherung
  • Rentenversicherung
  • Krankenversicherung
  • Unfallversicherung

Wir stellen Ihnen hier einige Fragen vor, die von Frau Rathsack und ihrem Team im BMWi-Expertenforum beantwortet wurden. In der Rubrik „persönliche Absicherung“ können Sie ihr Ihre Frage stellen.

Zum Expertenforum

 

FrageIch plane, mich in ein bis zwei Monaten selbständig zu machen und möchte vorsichtshalber eine freiwillige Arbeitslosenversicherung für Selbständige abschließen. Wie gehe ich am besten vor?


Antwort

Sie müssen eine selbständige Tätigkeit mit einem Umfang von mindestens 15 Stunden wöchentlich aufnehmen und ausüben.

Voraussetzung für den Antrag ist des Weiteren, dass der Antragsteller vor dem Antrag innerhalb der letzten zwei Jahre vor Aufnahme der Tätigkeit mindestens zwölf Monate in einem Versicherungspflichtverhältnis gestanden hat oder Arbeitslosengeld nach dem Sozialgesetzbuch III bezogen hat.

Der Antrag muss spätestens innerhalb von drei Monaten nach Aufnahme der selbständigen Tätigkeit, die zur Begründung eines Versicherungspflichtverhältnisses auf Antrag berechtigt, gestellt werden. Für ein entsprechendes Formular wenden Sie sich bitte an die Agentur für Arbeit an Ihrem Wohnort (www.arbeitsagentur.de).

Quelle: Bürgertelefon zur Arbeitsmarktpolitik und -förderung des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS)
Tel.: 030 221 911 003 - Montag bis Donnerstag von 8:00 bis 20:00 Uhr

März 2014

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FrageNeben meiner Vollzeitstelle habe ich drei Häuser, von denen ich eines selbst bewohne und zwei vermietet habe. Die ganze verwaltungstechnische Arbeit wie Nebenkostenabrechnung, Steuererklärung, Renovierungsarbeiten usw. erledige ich weitgehend selbst. Da der Aufwand, den ich nebenher treibe, immer größer wird, überlege ich nun, ob ich eine Immobilienverwaltungs- und Betreuungsgesellschaft gründen kann und meine Vollzeitstelle aufgebe. Da ich seit 36 Jahren sozialversicherungspflichtig angestellt bin, erscheint es mir sinnvoll, mich bei der eigenen Firma anzustellen. Meine Frage: Geht das überhaupt? Und welche Vor- und Nachteile wären damit verbunden?


Antwort

Gründen Sie ein Unternehmen, sind Sie als Selbständige(r) für Ihre persönliche soziale Absicherung selber verantwortlich.

Auf Grund der allgemeinen Versicherungspflicht, muss auch ein(e) Selbständige(r) eine Kranken- und Pflegeversicherung abschließen. Die Aufnahme einer selbständigen Tätigkeit ist daher der gesetzlichen Krankenversicherung zu melden. Sie können eine bestehende gesetzliche Krankenversicherung im Rahmen einer freiwilligen Mitgliedschaft fortführen oder sich bei einem privaten Versicherungsunternehmen absichern. Über die Höhe der Beiträge sollten Sie sich mit Ihrer zuständigen Krankenkasse verständigen.

Sie können sich zu Fragen der Krankenversicherung auch gern an das Bürgertelefon zur gesetzlichen Krankenversicherung des Bundesministeriums für Gesundheit unter der Telefonnummer 030/ 340 60 66 - 01 wenden. Möchten Sie sich über ein privates Versicherungsunternehmen absichern, können Sie vorab zu Leistungen und Beiträgen eine Verbraucherzentrale befragen. Die Kontaktdaten finden Sie im Internet unter www.verbraucherzentrale.de

Ob Ihre selbständige Tätigkeit eine Rentenversicherungspflicht auslöst oder eine freiwillige Beitragszahlung sinnvoll ist, besprechen Sie bitte mit der Deutschen Rentenversicherung (www). Sie können die Servicehotline der Deutschen Rentenversicherung unter der Telefonnummer 0800-1000 48 070 erreichen.

Sie haben auch die Möglichkeit, sich als Selbständige(r) in der Arbeitslosenversicherung abzusichern. Geregelt ist das Versicherungspflichtverhältnis auf Antrag im § 28a SGB III. Sie können den Antrag bei der für Sie zuständigen örtlichen Arbeitsagentur einreichen. Der Antrag muss innerhalb von drei Monaten nach Aufnahme der Tätigkeit oder Beschäftigung gestellt werden. Weitere Informationen erhalten Sie bei Ihrer örtlichen Arbeitsagentur. Zur genauen Ausgestaltung Ihrer eventuellen selbständigen Tätigkeit empfehle ich Ihnen ein Gespräch bei Ihrer zuständigen Industrie- und Handelskammer. Es besteht auch die Möglichkeit, eine Existenzgründungsberatung über das Bundesland gefördert zu bekommen. Informationen zum Beratungsförderprogramm in Hessen finden Sie hier.

Quelle: Bürgertelefon zur Arbeitsmarktpolitik und -förderung des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS)
Tel.: 030-340 60 65 60 - Montag bis Donnerstag von 8:00 bis 20:00 Uhr - Freitag von 8:00 bis 12:00 Uhr

August 2014

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FrageWie kann ich ganz sicher sein, dass ich als Freiberuflerin nicht sozialversicherungspflichtig bin? Ich habe gehört, dass man seine Tätigkeiten der Freiberuflichkeit prüfen lassen kann. Stimmt das? Wenn ja, wo?


Antwort

Sie sprechen mit Ihrer Frage den Punkt einer möglichen Scheinselbständigkeit an. Hierzu kann ich Ihnen folgendes mitteilen:

Für die Beurteilung einer Scheinselbständigkeit sind die tatsächlichen Verhältnisse Ihrer Tätigkeit maßgebend.

Eine selbständige Tätigkeit ist gekennzeichnet durch ein eigenes Unternehmerrisiko, d. h.
- Einsatz des Kapitals in eigener Regie
- die Verfügbarkeit über die eigene Arbeitskraft
- die freie Gestaltung der Tätigkeit und Arbeitszeit

Die Entscheidungen zur Einstufung sind nur anhand der Fakten im konkreten Einzelfall möglich. Dabei ist nicht nur auf einen einzigen Anhaltspunkt abzustellen, sondern eine Würdigung aller Umstände des Einzelfalles vorzunehmen. Sie können Ihre Krankenkasse ansprechen, ob eine Scheinselbständigkeit vorliegt oder schriftlich den Status bei der Deutschen Rentenversicherung prüfen lassen.
Tel.: 0800 1000 48070

Quelle: Bürgertelefon zur Arbeitsmarktpolitik und -förderung des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS)
Tel.: 030 221 911 003 - Montag bis Donnerstag von 8:00 bis 20:00 Uhr

Juni 2013

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