Interview mit Meriç Temuçin, Geschäftsführerin der Herzfeld Akademie GmbH

„Es macht schon etwas aus, ob man in der Bilanz ein Darlehen auf der Sollseite stehen hat oder ein größeres "Eigenkapitalpolster" auf der Habenseite.“

Nach rund zehnjähriger Tätigkeit als Business- und Persönlichkeitscoach und Psychologischer Beraterin hat Meriç Temuçin Anfang letzten Jahres die Herzfeld Akademie in Potsdam gegründet. Finanziert hat sie ihren Unternehmensstart mit einer Beteiligung aus dem Mikromezzaninfonds.

Frau Temuçin, Sie bieten Aus- und Weiterbildungen an. Um was geht es dabei?

Temuçin: Die Herzfeld Akademie bietet Seminare, Aus- und Weiterbildungen für weibliche Fach- und Führungskräfte, Selbständige und Freiberuflerinnen an. Außerdem bieten wir individuelle, maßgeschneiderte Workshops für Unternehmen an. Ein Schwerpunkt unserer Arbeit ist dabei, Frauen für Führungspositionen fit zu machen.

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Sie haben den Mikromezzaninfonds in Anspruch genommen. Warum?

Temuçin: Um meine Akademie zu starten, musste ich zunächst in die Ausstattung der Büro- und Seminarräume investieren. Eigenkapital war zwar vorhanden, aber es reichte nicht für die Gesamtfinanzierung aus. Also habe ich mich während meiner Gründungsvorbereitungen über verschiedene Finanzierungsmöglichkeiten informiert. Beim Vergleich der verschiedenen Förderprogramme schien mir der Mikromezzaninfonds dann am attraktivsten.

Im Unterschied zu einem Darlehen gilt eine Beteiligung aus dem Mikromezzaninfonds ja als Eigenkapital. Selbst wenn die Beteiligung wie ein Darlehen zurückgezahlt werden muss, macht es meiner Ansicht nach schon etwas aus, ob man als junge GmbH in der Bilanz ein Darlehen auf der Sollseite stehen hat oder ein größeres "Eigenkapitalpolster" auf der Habenseite. Das empfand ich als sehr positiv, wobei meine Entscheidung sicher auch eine emotionale Komponente hatte.

Sie haben die Beteiligung aus dem Mikromezzaninfonds bei der Mittelständischen Beteiligungsgesellschaft Berlin-Brandenburg beantragt?

Temuçin: Ja. Und die Antragstellung war sehr unkompliziert. Was ich besonders hilfreich fand, waren der persönliche Kontakt und die Betreuung durch die Ansprechpartner bei der MBG. Da muss ich sagen, das haben die toll gemacht! Den einzigen Wermutstropfen sehe ich in dem relativ hohen Zinssatz von acht Prozent. Das passt meines Erachtens nicht so ganz in die heutige Zeit allgemeiner Niedrigzinsen.

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