Existenzgründung

BMWi-Expertenforum

Als Existenzgründerin und Existenzgründer haben Sie täglich mit neuen Fragen zu tun.

Hilfestellung und Orientierung bietet hier das BMWi-Expertenforum. Die Expertinnen und Experten beantworten Ihre Frage und weisen Ihnen den weiteren Gründungsweg. In unserem eMagazin stellen wir Ihnen jeweils einen der über 40 Experten vor.

Rolf-J. Baumann

Dipl.-Volkswirt Rolf-J. Baumann ist Steuerberater, vereidigter Buchprüfer, Rechtsbeistand sowie Mitglied des erweiterten Vorstandes der Steuerberaterkammer Düsseldorf und Mitglied des Steuerberaterverbandes Düsseldorf seit mehr als 25 Jahren. Zu seinen Schwerpunkten gehört die langfristige Beratung von Privatpersonen und Einzelunternehmungen sowie mittelständischer Personen- und Kapitalgesellschaften - von der Existenzgründung über die Unternehmenserweiterung bis hin zur Nachfolgeregelung.

Im BMWi-Expertenforum beantwortet er Fragen zu folgenden Themen:

  • Einkommensteuer
  • Körperschaftsteuer
  • Gewerbesteuer
  • Umsatzsteuer
  • Buchführung und Jahresabschluss
  • Erbschaftsteuer (Schenkungsteuer)
  • Firmen- und Praxisbewertung

Wir stellen Ihnen hier einige Fragen vor, die von Stb. Rolf-J. Baumann beantwortet wurden. In der Rubrik „Steuern“ können Sie ihm Ihre Frage stellen.

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Bildrechte: privat

 

FrageIch arbeite 15 Std./Woche festangestellt bei einer Firma und kann jetzt noch 10 bis 15 Stunden auf Honorarbasis freiberuflich in Internetdiensten tätig sein. Wie sieht das mit der Kleingewerbeanmeldung aus? Ich habe mich angemeldet. Und wie sieht das mit dem Steuern aus? Mache ich da dann auch jährlich eine Steuererklärung?


Antwort

Ob Ihre Tätigkeit als eine freiberufliche einzustufen ist, kann anhand Ihrer Daten nicht beurteilt werde; vermutlich meinten Sie aber eine „selbständige“ Tätigkeit. Neben Ihrer Gewerbeanmeldung müssen Sie sich auch beim Finanzamt anmelden. Hierzu wird Ihnen ein Vordruck zugesandt werden oder Sie bemühen sich direkt darum. Entsprechend Ihrer Angaben wird dann eine vierteljährige Einkommensteuervorauszahlung festgesetzt.

Hinsichtlich der Umsatzsteuer fragt das Finanzamt ab, ob Sie als sog. Kleinunternehmer geführt werden wollen, sollten der Umsatz 17.500 Euro im Jahr nicht übersteigen. Die Vor- und Nachteile dieser Option kann im Internet (Kleinunternehmer/ § 19 UStG) abgefragt werden. Sie sind verpflichtet eine jährliche Steuererklärung abzugeben. Die Frist zur Abgabe endet grundsätzlich im Mai des Folgejahres - sie kann aber verlängert werden. Bitte denken Sie auch an Ihre etwaige Versicherungspflicht (Krankenkasse/Rentenversicherung).

Quelle: Rolf - J. Baumann StB/vBP/RB
Steuerberaterkammer Düsseldorf

Juni 2015

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FrageMir ist bei der diesjährigen Steuererklärung leider ein Fehler unterlaufen, und zwar habe ich in der Einnahmen-Überschussrechnung aufgrund eines in der Buchhaltung falsch eingetragenen Betrags einen um ca. 10.000 Euro zu hohen Betrag angegeben. Aufgefallen ist mir das ganze nachdem das Finanzamt nach Einreichen der Steuererklärung Belege für den Betrag von mir sehen wollte. Daraufhin habe ich die Summe/Belege nochmals überprüft und den Fehler bemerkt. Meine Frage ist nun: Mit welchen Konsequenzen muss ich rechnen (Anzeige Steuerhinterziehung etc.) und wie soll ich am besten vorgehen um den Fehler zu korrigieren (formlose Meldung beim Finanzamt, direkte Korrektur in Elster, Anwalt einschalten etc.)?


Antwort

Legen Sie den angeforderten Belegen eine berichtigte EÜR (bzw. Korrektur in Elster als Ausdruck) bei, verbunden mit der Bitte, diese der Besteuerung zugrunde zu legen. Auf diese Weise haben Sie einen schlichten Antrag auf Änderung gestellt, ohne etwaige „Anzeigen“, „Steuerhinterziehungen“ etc. erwähnen zu müssen.


Quelle: Rolf - J. Baumann StB/vBP/RB
Steuerberaterkammer Düsseldorf

Juni 2015

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FrageIch habe in meiner Einkommensteuererklärung die Kosten für die Beiträge in der Architektenkammer geltend machen wollen. Dies wurde mir vom Finanzamt abgezogen, da es in der Rubrik „Werbungskosten aus nichtselbständiger Arbeit“ nichts zu suchen hat. Da ich seit kurzem freiberuflich tätig bin, ergibt das natürlich Sinn. Ich frage mich jetzt, ob ich die Kosten für den Mitgliedsbeitrag als Bürokosten in der Einnahmen-Überschuss-Rechnung buchen kann und wenn ja - wie?


Antwort

Die Kammermitgliedsbeiträge sind berufsbedingte Ausgaben, die entweder als Werbungskosten (Anlage N) oder Betriebsausgaben (Anlage EÜR, Zeile 44 Beiträge) anzuerkennen sind. Wenn das Finanzamt diese Kosten als Werbungskosten streicht, empfehle ich Ihnen, gegen den Bescheid einen Einspruch einzulegen. Das Finanzamt hätte bereits aufgrund seiner rechtlichen Beurteilung den Kammerbeitrag von Amts wegen als Betriebsausgabe anerkennen müssen.

Letztlich ist das ein akademischer Streit, da nur die festgesetzte Steuer von Bedeutung ist; eine Änderung des Steuerbetrages aufgrund der Zuordnung als Betriebsausgabe statt Werbungskosten ergäbe sich nur, wenn entweder die Pauschbeträge nicht ausgeschöpft wären oder die Selbständigkeit wegen etwaiger Verluste als steuerliche Liebhaberei nicht anerkannt würden.

Quelle: Rolf - J. Baumann StB/vBP/RB
Diplom Volkswirt
Steuerberaterkammer Düsseldorf

Mai 2015

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