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Eigene Ideen umsetzen, seinen beruflichen Alltag selbst gestalten, unabhängig entscheiden können: Um insgesamt mehr Menschen für den Weg in die unternehmerische Selbständigkeit zu motivieren, hat das Bundeswirtschaftsministerium die Initiative „Die Neue Gründerzeit“ gestartet.

Auch wenn sich etwa 400.000 Gründerinnen und Gründer pro Jahr beruflich auf die eigenen Füße stellen, geht die Zahl der gewerblichen Gründungen zum Beispiel im Handel oder im Handwerk seit einigen Jahren konstant zurück - mit Ausnahme der Nebenerwerbsgründungen. Das hat das Institut für Mittelstandsforschung (IfM) Bonn berechnet. Ein wichtiger Grund dafür ist: Unternehmen werden antizyklisch zur konjunkturellen Entwicklung gegründet. In Zeiten guter Konjunktur nutzen viele das umfangreiche Stellenangebot und entscheiden sich eher für eine Tätigkeit als Angestellter.

Freie Berufe gegen den Trend

Während es bei den gewerblichen Gründungen hakt, können freiberuflich Tätige, wie Ärztinnen, Rechtsanwälte oder Unternehmensberater Jahr für Jahr einen Zuwachs bei den Neugründungen melden. Grund für diese Entwicklung ist nach Einschätzung des Instituts für Freie Berufe an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen Nürnberg, dass mehr denn je Freiberufler benötigt werden, die Beratung und Hilfe anbieten - sei es im medizinischen, pflegerischen oder pädagogischen Bereich oder aber vor allem auch in wissensintensiven Gebieten zur Unterstützung unternehmerischer Prozesse.

Quelle: Institut für Mittelstandsforschung Bonn, 2015

Verlässliche Größe: Gründungen durch Ausländer

Trotz insgesamt rückläufiger Gründungszahlen, so das IfM Bonn, bleiben die Gründerinnen und Gründer mit ausländischer Staatsangehörigkeit eine verlässliche Größe hierzulande. Sie gründen fast die Hälfte aller neuen Einzelunternehmen.

Potenzial noch nicht ausgeschöpft: Gründungen durch Frauen

Frauen sind nach wie vor für rund ein Drittel aller neugeründeten Unternehmen verantwortlich. Immer noch führen sie seltener ein Unternehmen als Männer, obwohl sie ungefähr die Hälfte aller Arbeitnehmer stellen. Ein Grund dafür: Viele berufstätige Frauen müssen immer noch mit der Doppelbelastung Beruf/Familie zurechtkommen.

Im Kommen: Gründungen 45 plus

Noch ist es so: Die meisten Gründerinnen und Gründer in Deutschland sind zwischen 25 und 44 Jahre alt. Das ist dem KfW-Gründungsmonitor 2015 zu entnehmen. Ältere Gründerinnen und Gründer zwischen 55 und 64 Jahre sind für etwa zehn Prozent aller Gründungen verantwortlich. Allerdings, so stellt das RKW Rationalisierungs- und Innovationszentrum der Deutschen Wirtschaft e. V. fest, wird sich der Anteil der 45-55-jährigen in den nächsten Jahren auf Grund der demographischen Entwicklung deutlich zunehmen.

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