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Ob Autoren, Designer oder Filmemacher: Sie alle stehen zusammen mit acht weiteren Sparten für einen Wirtschaftszweig, der in den letzten Jahren immer mehr an Bedeutung gewonnen hat: die Kultur- und Kreativwirtschaft.

Die Kultur- und Kreativwirtschaft ist mit ihren elf Teilmärkten eine der umsatzstärksten Wirtschaftszweige in Deutschland. Sie ist durchaus vergleichbar mit den großen Industriesektoren Automobil, Maschinenbau oder Chemie. Dass sie dennoch häufig noch nicht als eigener Wirtschaftszweig wahrgenommen wird, liegt nicht zuletzt an der Verschiedenartigkeit ihrer Teilmärkte, die - von der bildenden Kunst über die Architektur bis zur Gamesindustrie - jeweils nach ganz eigenen Gesetzmäßigkeiten funktionieren.

Die Teilmärkte der Kultur- und Kreativwirtschaft

Auch die Unternehmens- und Einkommensstruktur ist in der Kultur- und Kreativwirtschaft alles andere als homogen: Zwar handelt es sich überwiegend um Freiberufler und Kleinunternehmen, die unter dem Dach der Kultur- und Kreativwirtschaft arbeiten. Allerdings ist deren Bild auch durch mittelständische Unternehmen geprägt: zum Beispiel im Verlagswesen oder der Werbung. Kein Wunder also, dass von sechsstelligen Umsätzen bis hin zu existenzsichernden ALG-II-Bezügen alles vertreten ist.

Kultur- und Kreativwirtschaft auf einen Blick

  • Freiberufler und gewerbliche Unternehmen: 248.565
    (Anteil an der Gesamtwirtschaft 7,58 Prozent)
  • Umsatz: 146,3 Mrd. Euro
    (Anteil an der Gesamtwirtschaft 2,39 Prozent)
  • Selbständige und sozialversicherungspflichtig Beschäftigte (ohne Minijobs): 1.057.340
    (Anteil an der Gesamtwirtschaft 3,16 Prozent)
  • Anteil Selbständige an den Erwerbstätigen: 24 Prozent
  • Anteil der Kleinstunternehmen/Freiberufler (Umsatz unter 2 Millionen Euro): 97 Prozent

Quelle: Monitoring zu ausgewählten wirtschaftlichen Eckdaten der Kultur- und Kreativwirtschaft 2014. BMWi (Hrsg.) 2015. (vorläufige Kennzahlen)

Die Bundesregierung hat sich mit der im Jahr 2007 gestarteten Initiative „Kultur- und Kreativwirtschaft“ das Ziel gesetzt, die Erwerbschancen von Kreativunternehmen sowie freischaffenden Künstlerinnen und Künstlern zu verbessern und insgesamt die Wettbewerbsfähigkeit der Kultur- und Kreativwirtschaft zu stärken. Seitdem ist viel passiert: Die Aufmerksamkeit für die Branche wächst stetig. Neue Förder- und Beratungsangebote sind entstanden, nicht zuletzt in den Bundesländern. Die Einstellung, dass unternehmerisches Handwerkszeug durchaus sinnvoll sein kann, wenn man in der Kunst und Kultur als Selbständiger (über)leben möchte, setzt sich immer mehr durch. Kultur- und Kreativschaffende tragen mit ihren Ideen, Produkten und Dienstleistungen außerdem zur Innovationssteigerung anderer Branchen bei. Kooperationen zwischen der Kreativwirtschaft und anderen Wirtschaftszweigen können sich somit zu wahren Erfolgsgeschichten entwickeln.

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