Stadt, Land, IHK: Die tun was!

Immer mehr Städte, Regionen und „klassische" Anlaufstellen für Unternehmen entdecken die Kultur- und Kreativwirtschaft.

Was sind die Gründe dafür? Und welchen Mehrwert haben Künstler, Kreativ- und Kulturunternehmen davon? Diese und weitere Fragen haben wir Dr. Ulrich S. Soénius und Egbert Rühl gestellt. Dr. Ulrich S. Soénius ist stellvertretender Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer zu Köln und betreut dort u.a. den Bereich Kultur- und Kreativwirtschaft. Außerdem ist er Beiratsvorsitzender des Kompetenzzentrums Kultur- und Kreativwirtschaft des Bundes und leitet den Arbeitskreis Kultur und Kreativwirtschaft beim Deutschen Industrie- und Handelskammertag (DIHK). Egbert Rühl ist Geschäftsführer der Hamburg Kreativ Gesellschaft und zusammen mit Jürgen Enninger (Kompetenzteam Kultur- und Kreativwirtschaft München) Sprecher des vor kurzem gegründeten bundesweiten Förderernetzwerks Kultur- und Kreativwirtschaft.

„Presse, Werbung, Design und Games …

haben in Hamburg eine große wirtschaftliche Bedeutung. Darüber hinaus hat die Stadt Hamburg aber auch verstanden, dass die Impulse, die von der Kreativwirtschaft angestoßen werden – ob Innovations- oder Stadtentwicklungseffekte –, weit über den messbaren wirtschaftliche Kern von Kreativwirtschaft hinausgehen.“
Egbert Rühl, Hamburg Kreativ Gesellschaft

„Zwei Drittel aller Kultur- und Kreativwirtschaftsunternehmen …

in Nordrhein-Westfalen sitzen in Köln. Von unseren 155.000 Mitgliedsunternehmen gehören allein über 23.000 zur Kultur- und Kreativwirtschaft, die vor allem in der Medien-, Design-, Musik- und Event-Branche tätig sind. Im Vergleich zu anderen Branchen fragen die Unternehmen der Kultur und Kreativwirtschaft allerdings stärker nach geeigneten Service- und Förderangeboten und bestimmten Veranstaltungsformaten.“
Dr. Ulrich S. Soénius, IHK Köln

„Ich bin auch auf Beratungsangebote zugegangen, die nicht speziell auf den künstlerischen Bereich zugeschnitten waren. Vieles ist übertragbar und gilt für jeden Selbständigen. Zum Beispiel, wenn es um das Image des Produkts geht. Ein Klavierabend ist ja – nüchtern betrachtet – auch ein Produkt, und da muss ich mir eben überlegen, wie ich das Besondere dieses Produkts bzw. dieses Klavierabends am besten beschreibe und auf einen griffigen Nenner bringe.“

Jutta Rieping, Pianistin, Kultur- und Kreativpilotin Deutschland 2010

„Wenn es um die Welt der Zahlen und Businesspläne geht, …

fühlen sich Akteure der Kreativwirtschaft von den ‚klassischen‘ Anlaufstellen für Gründer und Unternehmer überhaupt nicht abgeholt und verstanden. Wie wichtig es ist, dass den Akteuren jemand gegenüber sitzt, der die Spezifika und Milieus der Teilbranchen kennt, bekommen wir regelmäßig von unseren Klienten bestätigt. Deshalb haben alle unsere Mitarbeiter unter anderem auch einen kreativwirtschaftlichen Hintergrund."
Egbert Rühl, Hamburg Kreativ Gesellschaft

„Die Kreativwirtschaft hatte die Kammern nicht auf dem Schirm …

so dass wir gesagt haben: ´O.k., dann kommen wir halt zu Ihnen.‘ Inzwischen finden die Kreativen aber auch allein den Weg zu uns – nicht nur die IHK-Mitglieder, sondern auch Freiberufler wie zum Beispiel bildende Künstler, weil sie merken, dass die IHK ein großes, breites Beratungsspektrum zu Themen wie Gründung, Förderprogrammen, Betriebswirtschaft oder auch Steuern abdeckt.“
Dr. Ulrich S. Soénius, IHK Köln

„Wir entwickeln unsere Angebote im unmittelbaren Austausch …

mit den Akteuren. Unsere Angebote sind vor allem auf die kleinen Strukturen der Kreativwirtschaft zugeschnitten, auf die vielen Kleinstunternehmen und Selbständigen. Dazu gehört auch ein spezielles Coaching-Programm für kleine Unternehmen und Gründer aus der Kreativwirtschaft. Wir betreuen außerdem individuelle Crowdfunding Projekte, bieten bezahlbare Arbeitsräume an und leisten intensive Beratung und arbeiten dabei eng mit anderen Einrichtungen der Kultur- und Kreativwirtschaft zusammen.“
Egbert Rühl, Hamburg Kreativ Gesellschaft

Das ‚Brot- und Butter'-Geschäft in der Gründungsberatung ist gleich ...

für alle Branchen. Der Unterschied zwischen der Kultur- und Kreativwirtschaft und den anderen Branchen liegt für uns als Berater darin, dass wir uns stärker vor Ort in den Veranstaltungen und Netzwerken der verschiedenen Szenen einbringen, um die Leute zu erreichen. Wir sind zum Beispiel auf dem Design-Tag präsent und gehen zu Konzerten oder Conventions. Da müssen wir präsent sein, um als Beratungseinrichtung wahrgenommen zu werden. Das ist im Vergleich zu anderen Branchen schon anders.“
Dr. Ulrich S. Soénius, IHK Köln

„Wir verstehen uns als Intermediäre, …

die zwischen den Interessen der Kreativwirtschaft auf der einen Seite und der Verwaltung, der Wirtschaftsförderung, den Immobilienbesitzern und weiteren Akteuren auf der anderen Seite vermitteln. Das würde nicht funktionieren, wenn wir von beiden Seiten nicht große Akzeptanz erfahren würden.“
Egbert Rühl, Hamburg Kreativ Gesellschaft

„Die Angebote der IHK Köln sind inzwischen in der Szene bekannt, …

weil viele Kreativunternehmer praktisch mit unseren Programmen gewachsen sind und jetzt in ihren Netzwerken, auf Veranstaltungen, Conventions usw. über ihre Erfahrungen mit unseren Angeboten berichten. Dadurch hat sich für unsere IHK im Laufe der Jahre ein deutlicher Zulauf von Kreativschaffenden entwickelt.“
Dr. Ulrich S. Soénius, IHK Köln

„Wir laden zweimal im Jahr 80 Vertreter aus den elf Teilbranchen …

zum Branchenforum Kultur- und Kreativwirtschaft ein, um allgemeine Themen zur Zwischennutzung, zum Standort-Marketing oder auch zu Förderprogrammen zu besprechen. Da sind auch freiberufliche Künstler mit dabei, auch wenn die nicht unter den klassischen Unternehmensbegriff fallen, aber das sehen wir nicht so eng. Wir vernetzen auch die verschiedenen Akteure. Zur Zeit führen wir beispielsweise ein Round-Table-Gespräch Design durch. Außerdem haben wir unser Haus relativ früh für große Kultur-Veranstaltungen geöffnet. Die c/o pop zum Beispiel ist das größte europäische Festival für elektronische Musik und führt jedes Jahr Veranstaltungen in der IHK Köln durch.“
Dr. Ulrich S. Soénius, IHK Köln

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Bundesweit werden am 23. September 2016 zahlreiche Netzwerke, Multiplikatoren und Unternehmen Veranstaltungen durchführen, um auf die Bedeutung und Leistung der Kultur- und Kreativwirtschaft aufmerksam zu machen.
www.kreativ-jackpot.de

 

 

 

„Natürlich ist das auch Image fördernd, …

wenn man sagen kann, hier bei uns in der Region sind tolle Kultur- und Kreativwirtschaftsunternehmen wie Filmproduzenten, TV-Macher, Designer, Musikstudios. Das steigert die Attraktivität von Regionen."
Dr. Ulrich S. Soénius, IHK Köln

Neben Städten und Landkreisen bieten knapp 40 der insgesamt 79 Industrie- und Handelskammern spezielle Beratungs- und Veranstaltungsangebote für die Kultur- und Kreativwirtschaft. Beispiele:

IHK Köln - Kulturwirtschaft
IHK Berlin - Teilmärkte der Kultur- und Kreativwirtschaft
IHK Region Neckar-Alb - Netzwerk Kreativwirtschaft

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