„Wir und die anderen“ – mit anderen Branchen kooperieren

Es scheint zunächst ungewöhnlich, aber Kultur- und Kreativschaffende können Unternehmen in anderen Branchen durchaus dabei unterstützen, Produkte, Dienstleistungen zu verbessern oder neue Arbeitsabläufe in Unternehmen einzuführen. Damit beide Seiten zusammenfinden, bieten Wirtschaftsförderer, Verbände und Anlaufstellen für die Kultur und Kreativwirtschaft spezielle Veranstaltungen an. Wir stellen Ihnen dazu einige Beispiele vor.

Speeddating

Zum "Kultur Speeddating Saarland", kurz KUSS, laden die Wirtschaftsjunioren Saarland und das kreativzentrum.saar einmal im Jahr ein. Dabei treffen junge Kreative auf mehr als sechzig Vertreter aus Politik und Wirtschaft, die auf der Suche nach innovativen Ideen sind. Ihnen präsentieren die Kreativschaffenden ihre Produkte und Dienstleistungen aus den Bereichen Grafik, Design, Musik, Fotografie oder auch bildende Kunst.
www.kulturspeeddating.de

Preise und Wettbewerbe

Preise auszuloben und Wettbewerbe zu veranstalten, sind probate Mittel, mit denen Unternehmen Kreative zur Zusammenarbeit motivieren können. Dabei geht es in erster Linie darum, kreative Lösungen für Probleme zu finden, mit denen sich Unternehmen im Alltag „herumschlagen“. Beispiel:

  • BESTFORM. Ziel des deutschlandweit einmaligen Wettbewerbs ist eine stärkere Vernetzung der heimischen Kreativwirtschaft mit anderen Branchen. Bewerben können sich Sachsen-Anhalts Kreative mit Projekten, die sie gemeinsam mit Partnern eines anderen Wirtschaftszweiges umgesetzt haben oder noch umsetzen wollen. Am 6. September 2016 startet die Bewerbungsphase für den neuen BESTFORM.
    www.kreativ-sachsen-anhalt.de

Kreativ-Workshops

Sie finden nicht selten im Auftrag einer kommunalen Wirtschaftsförderung oder auch eines Unternehmens zu bestimmten Themenstellungen statt. Im Unterschied zu Innovationswerkstätten- und Foren sind sie eher kurzfristig gedacht und haben Event-Charakter. Beispiel:

  • 3X3: Im 3X3-Projekt erarbeiten drei drei Künstlerinnen oder Künstler sowie drei Mitarbeiterinnen oder Mitarbeiter eines Unternehmens kreative Lösungen für eine bestimmte betriebliche Aufgabenstellung. Sie werden dabei von einem Coach unterstützt. Die Aufgaben können beispielsweise die Bereiche Unternehmensstrategie, Produkterneuerung, Organisationsentwicklung, Personalwesen, Marketing, Kommunikation nach innen und nach außen oder nachhaltiges Wirtschaften berühren.
    www.3mal3.net

Innovationswerkstätten und Foren

Sie sind eher langfristig angelegt und legen nicht nur Wert auf die Entwicklung von Ideen, sondern auch auf deren Umsetzung. Beispiele:

  • ADC-Fieldwork: Der Art Directors Club für Deutschland (ADC) e.V. ruft in seinem Projekt gemeinsam mit der Wirtschaftsförderung Frankfurt am Main Kreative dazu auf, an einer Ökonomie des 21. Jahrhunderts mitzuarbeiten und Ideen für Unternehmen, Services und Produkte zu entwickeln, die der Gesellschaft, dem Mensch und der Umwelt gerecht werden.
    www.adc-fieldwork.de
  • „Unternehmen! KulturWirtschaft“ am Nordkolleg Rendsburg. Die Initiative hat über mehrere Jahre „getrennte Welten“, also Kreative und Unternehmen, einander angenähert. Mit Hilfe von Kreativitätstechniken wurden u.a. neuartige Formen der Arbeits- und Ablauforganisation entwickelt.
    www.nordkolleg.de

Branchendialoge

Im Dialog zwischen Vertretern der Kultur- und Kreativwirtschaft und anderen Branchenvertretern sollen Potenziale einer Zusammenarbeit ausgelotet und angeschoben werden. Beispiel:

  • CREATIVE.HEALTH: Im Januar 2014 trafen erstmals zwei Wachstumsmotoren der nordrhein-westfälischen Wirtschaft zusammen: die Gesundheits- und die Kreativwirtschaft. Das Ziel der Veranstaltung: gemeinsam Antworten auf Zukunftsfragen im Gesundheitswesen zu finden. Präsentiert wurden kreativwirtschaftliche Impulse für neue Produkte, Konzepte und Dienstleistungen der Gesundheitswirtschaft.
    www.creative.nrw.de

Der Beitrag basiert auf dem Top-Thema „Mögliche Matchmaking-Formate für Kreative und Unternehmen“, das im Juni 2016 auf der Webseite der Initiative „Kultur- und Kreativwirtschaft“ der Bundesregierung erschienen ist.

Weitere Informationen:

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