Top-Themen im BMWi-Expertenforum:
Starthilfe für 2017

Über 1.200 Fragen wurden in diesem Jahr im BMWi-Expertenforum beantwortet. Die Fragen und Antworten bieten einen guten Einblick in die vielfältigen Themen, mit denen sich Gründerinnen und Gründer beschäftigen.

Sie dürften daher auch für Ihre Gründungsvorbereitungen interessant sein. Wir stellen Ihnen hier die Themen vor, die am häufigsten nachgefragt wurden.

Welche finanzielle Förderung gibt es für Gründerinnen und Gründer?

Diese Frage gehört zu den Dauerbrennern im Expertenforum. Sofern aus den Fragen hervorgeht, wie viel Geld für die Gründung benötigt wird, welche Investitionen damit finanziert werden sollen und ob Eigenkapital und Sicherheiten vorhanden sind, können die Förderexperten im Expertenforum ein geeignetes Förderprogramm empfehlen. Ein richtiger Allrounder ist dabei der ERP-Gründerkredit – StartGeld. Das Förderdarlehen deckt einen Finanzierungsbedarf von bis zu 100.000 Euro ab. Finanziert werden können damit alle Investitionen, die bis zu fünf Jahre nach der Gründung anfallen. Der Antrag für den ERP-Gründerkredit wird bei der Bank oder Sparkasse des Gründers gestellt. Die Bank prüft die Bonität, das Geschäftskonzept, die fachliche Qualifikation sowie Produkt- und Branchenkenntnisse und leitet den Antrag dann an die KfW Bankengruppe weiter.

Was den Experten bei den vielen Fragen immer wieder auffällt: Viele der Gründer haben sich noch zu wenig mit ihrer Geschäftsidee, ihrem Geschäftsmodell und ihrem tatsächlichen Kapitalbedarf beschäftigt. Die Förderexperten weisen in ihren Antworten daher häufig auch auf die Anlaufstellen und die Beratungsförderung in den Bundesländern hin. In jedem Bundesland gibt es entweder kostenfreie Beratungsangebote für Gründer oder Zuschüsse zu kostenpflichtigen Beratungsleistungen. Und wer sein Unternehmen bereits formal gegründet hat, kann ebenfalls Zuschüsse für Beratungen beantragen. Das Programm „Förderung unternehmerischen Know-hows“ beteiligt sich an den Kosten für Beratungshonorare.
Fragen und Antworten zur Förderung

Gründung nach dem Studium: Förderung?

"Ich habe Anfang dieses Jahres meinen Bachelor in Informatik abgeschlossen, direkt im Anschluss daran mein Master-Studium in Informatik begonnen ... "

Foodtruck eröffnen: Gründungsförderung

"Ich möchte mich mit einem Imbiss-Anhänger oder Foodtruck selbständig machen. Ich bin 29 Jahre alt, ..."

Pflegeheim errichten: Finanzierung?

"Zusammen mit meiner Arbeitskollegin plane ich die Gründung eines Pflegeheimes (wir sind in der Pflege tätig). Geplant ist ein Neubau ..."

Ist meine Tätigkeit freiberuflich oder gewerblich?

Auch die Frage, ob bestimmte Tätigkeiten gewerblich oder freiberuflich sind, wird im Expertenforum häufig gestellt. Obwohl bestimmte Berufe, die im Einkommensteuergesetz aufgeführt werden, ganz klar zu den Freien Berufen zählen, gibt es immer wieder Grenzfälle. In diesem Jahr haben sich vor allem angehende Trainer, Dozenten, Sprachlehrer und Coaches an das Expertenforum gewandt, um zu erfahren, ob sie mit ihrer - im engeren oder weiteren Sinn - unterrichtenden Tätigkeit zu den Freiberuflern gehören. Beantwortet wurden die Fragen von Chanell Eidmüller, Leiterin der Gründungsberatung beim Institut für Freie Berufe. Aus ihren Antworten ging klar hervor, dass die Einstufung der Freiberuflichkeit immer davon abhängt, ob es sich um eine „unterrichtende Tätigkeit“ im Sinne des Einkommensteuergesetzes (§ 18 Abs. 1 Nr. 1 EStG) handelt: „Unterricht im Sinne des Einkommensteuergesetzes ist die Vermittlung von Wissen, Fähigkeiten, Fertigkeiten, Handlungsweisen und Einstellungen in organisierter und institutionalisierter Form. Die organisierte und institutionalisierte Form des Unterrichts erfordert u.a. ein auf ein bestimmtes Fachgebiet bezogenes schulmäßiges Programm zur Vermittlung von Kenntnissen. Zwar kann der Unterricht auch individuell in Form von Einzelunterricht erteilt werden, eine Lehrtätigkeit liegt allerdings dann nicht mehr vor, wenn sie die Erarbeitung und Entwicklung eines auf die speziellen Bedürfnisse einer Person abgestellten, nicht auf einen Fachbereich beschränkten Programmes erfordert. In diesem Fall handelt es sich um eine beratende Tätigkeit, für die ein Gewerbe anzumelden ist.“

Generell kommt es bei der Einstufung also immer darauf an, worin genau die konkrete Tätigkeit des Selbständigen besteht. Darüber hinaus spielt in vielen Fällen auch die Ausbildung eine wichtige Rolle. Unternehmensberater gehören zum Beispiel nur dann als "beratende Betriebswirte" zu den Freien Berufen, wenn sie über einen Hochschulabschluss im Bereich der Betriebswirtschaftslehre verfügen und/oder ein ähnliches Studium absolviert haben, in dem die Betriebswirtschaftslehre ebenso gelehrt wurde. Übrigens: Im Zweifelsfall entscheidet immer das Finanzamt vor Ort, ob es sich bei der Tätigkeit um eine freiberufliche oder gewerbliche Tätigkeit handelt.
Fragen und Antworten zum Thema Freie Berufe

Systemische Beraterin: freiberufliche Tätigkeit?

"Ich möchte mich als Systemische Beraterin teilselbständig machen und würde gerne von Ihnen eine Einschätzung bekommen, ..."

Coaching anbieten: freiberufliche Tätigkeit?

"Ich bin momentan Versicherungsmakler und möchte Persönlichkeits-, Karriere- und Finanzcoachings anbieten ..."

Was muss ich beim Namen für mein Unternehmen beachten?

Kann es der persönliche Name des Gründers sein? Oder ein Fantasiename? Und wie muss die Rechtsform aufgeführt werden? Zunächst kommt es bei der Namensgebung vor allem darauf an, ob das Unternehmen im Handelsregister eingetragen ist. Entscheidend ist auch, ob man mit einer Personen- oder Kapitalgesellschaft "unterwegs" ist. Besonders häufig haben die Frage nach der richtigen Unternehmensbezeichnung in diesem Jahr Kleinunternehmer gestellt: Einzelunternehmer oder auch Gründer einer GbR, die nicht im Handelsregister eingetragen sind. Sie haben durch die Notare und Rechtsanwälte im BMWi-Expertenforum eine erste Orientierung zu ihren Fragen erhalten. Demnach können auch Kleinunternehmer eine Fantasie-, Branchen oder Tätigkeitsbezeichnung für ihren Unternehmensnamen wählen. Und auch wenn dazu keine gesetzliche Verpflichtung besteht, sollte dennoch der Vor- und Nachname des Inhabers aufgeführt werden. Es darf allerdings nicht der Eindruck entstehen, dass es sich um ein Unternehmen handelt, das im Handelsregister eingetragen ist. Und: Der Name darf nicht zu Verwechslungen mit bereits bestehenden Unternehmen führen.
Fragen und Antworten zum Unternehmensnamen

GbR: Fantasiename erlaubt?

"Ich würde gerne wissen, ob es zulässig ist, dass der Zusatz- (bzw. Fantasienamen) einer GbR derselbe sein kann wie der einer bestehenden GmbH ..."

Einzelunternehmen: Bezeichnung?

"Ich bin Angestellter und möchte im Nebenerwerb gründen. Seit über zehn Jahren bin ich Transportleiter in einem Transportunternehmen ..."

Teilzeit-Unternehmen und Kleinunternehmerregelung

Ein Großteil der Gründer startet mit einem Klein- oder Nebenerwerbsunternehmen. Das zeigt auch die aktuelle Gründungsstatistik. Kein Wunder, dass auch im BMWi-Expertenforum dazu jede Menge Fragen gestellt wurden: sowohl zur Anmeldung als auch zur sog. Kleinunternehmerregelung. Das Thema Anmeldung konnten die Experten in ihren Antworten relativ kurz abhandeln, denn generell muss jede Tätigkeit, die auf eigene Rechnung, auf Dauer (nicht nur einmalig, sondern mit Wiederholungs-/ Fortsetzungsabsicht) und mit Gewinnerzielungsabsicht betrieben wird, angemeldet werden. Freiberufler wenden sich dazu an ihr Finanzamt, Gewerbetreibende zeigen ihre Tätigkeit beim Gewerbeamt an.

Bei den Fragen zur Kleinunternehmerregelung fiel auf, dass in diesem Jahr viele Gründer das Thema Auslandshandel interessiert hat. In dem Zusammenhang tauchte zum Beispiel öfter die Frage auf, ob Kleinunternehmer mit Kunden innerhalb der EU eine Umsatzsteueridentifikationsnummer benötigen. Die Antwort kurz zusammengefasst: Nein, Kleinunternehmer können, aber müssen keine USt-ID-Nr. beantragen. Sinnvoll kann es für diejenigen sein, die ihre Waren aus einem EU-Land beziehen, dessen Umsatzsteuersatz höher ist der deutsche. Und wie muss die Rechnung aussehen, die innerhalb der EU an Kunden versandt wird? Genauso wie die Rechnung, die an Kunden in Deutschland versandt wird: Ohne Umsatzsteuer und mit Hinweis auf die Kleinunternehmerregelung.
Fragen und Antworten zur Kleinunternehmerregelung
Fragen und Antworten zu Teilzeitunternehmen

Kleinunternehmer: Wareneinkauf in Schweden?

"Ich habe Anfang des Jahres ein Kleingewerbe angemeldet mit einem Stoffhandel. Da ich einen Teil der Stoffe in Schweden einkaufen möchte, ..."

Verkäufe in EU-Länder: Umsätze bei Kleinunternehmerregelung berücksichtigen?

"Ich bin Kleinunternehmer und verkaufe über meinen Onlineshop sowohl Waren nach Deutschland als auch in andere EU-Länder, hauptsächlich nach Österreich ..."

Weitere Informationen:

Ende